Einen Apfelbaum pflanzen: Wachstumsmerkmale

Der Apfelbaum ist ein besonders beliebter Obstbaum unter Hobbygärtnern. Viele pflanzen mehrere Sorten in ihren Gärten. Diese Vielfalt ermöglicht es, sich das ganze Jahr über mit frischen Äpfeln zu versorgen. Der Baum ist pflegeleicht und widerstandsfähig gegenüber verschiedenen Klimabedingungen. Am besten gedeiht er in gemäßigten Klimazonen.

Apfel

Die traditionelle Apfelbaumzucht erscheint auf den ersten Blick einfach und unkompliziert. Doch das stimmt nicht ganz. Um einen gesunden, fruchttragenden Baum zu ziehen, muss er von Anfang an richtig gepflanzt werden.

Wann pflanzt man Apfelbäume?

Setzlinge können im Herbst, Sommer und Frühling gepflanzt werden. Jede Jahreszeit hat ihre Vor- und Nachteile. Gärtner müssen Klima, Landschaft und die Eigenschaften der jeweiligen Sorte berücksichtigen. Im Süden werden Bäume im Herbst gepflanzt, da es dort weniger strenge Fröste und ausreichend Regen gibt. In nördlichen Regionen ist der Frühling die bevorzugte Pflanzzeit.

Herbst: Vor- und Nachteile

Die Pflanzung erfolgt von September bis November. Der genaue Zeitpunkt richtet sich nach den klimatischen Bedingungen. Die Bewurzelung dauert 4–5 Wochen. Das Wurzelwachstum setzt sich fort, bis die Lufttemperatur unter 4 °C sinkt. Zu den Vorteilen zählen die geringeren Kosten für die Setzlinge und der seltenere Bewässerungsbedarf. Nachteile dieser Methode sind starker Frost, Schneefall, Wind und Nagetiere. Die Pflanzung im Herbst kann zum Absterben junger Bäume führen, da diese im Gegensatz zu ausgewachsenen Bäumen empfindlich auf niedrige Temperaturen reagieren.

Im Frühling, Vor- und Nachteile

Die Setzlinge werden nach dem Auftauen des Bodens in die Erde verpflanzt. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist das Vorhandensein ungeöffneter Knospen. Kauft man Pflanzen mit bereits geöffneten Knospen, verlängert sich die Eingewöhnungszeit deutlich. Es können Anzeichen von Pilzkrankheiten auftreten. Zu den Vorteilen zählen die schnelle Wurzelentwicklung und der Wegfall der Notwendigkeit einer Langzeitlagerung der Setzlinge. Vor dem Kauf eines Baumes kann der Gärtner dessen Zustand beurteilen.

Beim Kauf von Pflanzgut im Frühjahr ist die Auswahl begrenzt. Schwierigkeiten entstehen bei Sämlingen, deren Knospen sich bereits vor dem Einpflanzen geöffnet haben. Es ist wichtig, frühe Sorten zu kaufen, bevor der Saftfluss einsetzt. Viele bemängeln, dass die Hersteller ihre Produkte nicht immer kennzeichnen, was die Bestimmung der Art erschwert.

Die Pflanzung der Setzlinge im Frühjahr sollte bis Mitte Mai abgeschlossen sein.

Der Hauptvorteil besteht darin, dass der Baum auch bei Temperaturen über Null Grad wurzelt (kurzzeitige Fröste stellen kein Problem dar). Im Sommer wächst der Apfelbaum und übersteht den Winter relativ problemlos. Daher wird in Sibirien ausschließlich im Frühjahr gepflanzt.

Sommerpflanzung

Diese Methode wird nur im äußersten Notfall angewendet. Vor dem Pflanzen muss der Gärtner den Boden düngen, die Fläche mit Insektiziden behandeln und Unkraut entfernen. Die Technik bleibt gleich. Die Überwachung des Sämlingszustands ist jedoch intensiver als bei der Pflanzung zu anderen Jahreszeiten, da die Pflanze nach dem Umpflanzen im Sommer deutlich anfälliger für Krankheiten ist.

Auswahl eines Apfelbaumsetzlings

Jede Sorte hat ihre eigenen Merkmale. Eine der bestimmenden Eigenschaften ist die Frostresistenz.

  1. Unter den frühreifenden Sorten stechen folgende besonders hervor: Early Sweet und White Filling.
  2. Unter den mittelfrühen Sorten ist die Sorte Uralets besonders beliebt. Diese Äpfel zeichnen sich durch ihr beeindruckendes Aroma, ihre leuchtend rote Farbe und ihren süß-sauren Geschmack aus.
  3. Antonovka ist eine spät reifende Sorte. Ihre saftigen Früchte können über einen längeren Zeitraum gelagert werden.
  4. Starke Fröste werden von Sämlingen von Sorten wie Veteran, White Anise und Velvet vertragen.

Die Auswahl eines Baumes ist der erste Schritt. Seine Bedeutung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Der Algorithmus ist recht einfach:

  • Finden Sie heraus, welche Sorten für den Anbau in Ihrer Region geeignet sind.
  • Wenden Sie sich an eine Gärtnerei, oder, falls es keine gibt, an eine Gartenbauorganisation oder an Privatpersonen.
  • Kaufen Sie einen Sämling. Dazu müssen Sie Faktoren wie die Fruchtperiode, die Qualität der Unterlage, die Bodeneigenschaften, die Grundwassertiefe sowie das Alter und den allgemeinen Zustand der Pflanze berücksichtigen.
  • Die Kosten hängen maßgeblich von der Verpackung ab. Das Wurzelsystem kann entweder unbedeckt bleiben oder in einen speziellen Behälter gelegt werden. Letztere Option gewährleistet die notwendige Feuchtigkeit und das Überleben der Stecklinge.

Die Setzlinge werden so schnell wie möglich nach dem Kauf in Erde gesetzt, um ein Austrocknen des Wurzelsystems zu verhindern.

Standort

Die Wahl des Standorts für einen Apfelbaum ist wichtig. Er sollte im Voraus festgelegt werden. Am besten ist es, wenn dort zuvor noch keine Obstbäume gewachsen sind. Der Standort für den Apfelbaumsetzling sollte folgende Kriterien erfüllen:

  • Gute Beleuchtung.
  • Keine Entwürfe.
  • Der Grundwasserspiegel sollte nicht höher als 2 Meter unter der Oberfläche liegen. Um unerwünschten Kontakt zu vermeiden, legen Sie eine Schieferplatte auf den Boden des Pflanzlochs. Dies fördert das seitliche Wurzelwachstum und verhindert ein Tiefenwachstum.
  • Der Abstand zwischen den Setzlingen sollte mindestens 2 Meter betragen. Dieser Abstand sollte der Höhe der ausgewachsenen Pflanze entsprechen. Dadurch wird sichergestellt, dass sich die Bäume nicht gegenseitig behindern.
  • Vielfalt. Apfelbäume gelten als fremdbestäubende Pflanzen. Sämlinge verschiedener Sorten sind vorhanden.
  • Standort. Jede Sorte hat ihre eigenen Ansprüche. Apfelbäume sollten nicht in der Nähe von Hauptwegen gepflanzt werden. Andernfalls wird die Krone eher zum Hindernis als zur Zierde.

Boden

Der Ertrag eines Apfelbaums hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Er bevorzugt leichten, lockeren und leicht sauren Boden, idealerweise lehmig. Schwierigkeiten können auftreten, wenn der Boden sumpfig, steinig oder kiesig ist. Ihm fehlen die Nährstoffe, die der Sämling zum Gedeihen benötigt. Aus diesem Grund raten Gärtner davon ab, einen neuen Apfelbaum an derselben Stelle wie einen bereits vorhandenen Baum zu pflanzen. Der Boden braucht Ruhe. Um ausgelaugte Böden anzureichern, werden mineralische und organische Düngemittel beigemischt. Holzasche und Superphosphat gehören zu den gängigsten.

Pflanzloch

So nennt man ein Pflanzloch, das 3–4 Wochen vor dem Apfelbaum ausgehoben wird. Dadurch werden optimale Bedingungen für den Sämling geschaffen. Das Loch mit einem Durchmesser von einem Meter hat in dieser Zeit Zeit, sich zu erwärmen und zu setzen. Die Erde aus dem runden Loch wird in zwei Behälter gefüllt. Man kann dafür Wachstücher verwenden. Der erste Haufen enthält die oberste, fruchtbare Bodenschicht, der zweite die ausgelaugte, darunter liegende Schicht.

Richtige Pflanzung von Apfelbäumen

Die Seiten des Pflanzlochs werden senkrecht angelegt. Die Tiefe richtet sich nach dem Wurzelwerk und der Baumart. In die Mitte des Lochs wird ein Pfahl gesteckt; sein Durchmesser sollte etwa 5 cm und seine Höhe etwa 1,5 m betragen, sodass er 40–50 cm aus dem Boden ragt. Der Teil des Pfahls, der in die Erde kommt, muss unbedingt getrocknet werden, um Fäulnis vorzubeugen. Alle unnötigen Bestandteile wie Steine, Schutt und Unkrautwurzeln werden aus der ausgehobenen Erde entfernt.

Düngemittel

Um Apfelbäume zu düngen, verwendet man eine Mischung aus mineralischen und organischen Stoffen. Diese kann man fertig kaufen oder selbst herstellen. Bei der Herstellung sollte man den Zustand des Bodens und seinen pH-Wert berücksichtigen. Ein typischer Komplexdünger enthält Humus, Kaliumsalz und Superphosphat.

Bei stark saurem Boden können Sie der fertigen Mischung etwa 200 g gelöschten Kalk hinzufügen.

Wie man einen Apfelbaum pflanzt: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Am Tag vor dem Einpflanzen wird die Pflanze in Wasser gestellt. Dadurch können sich Wurzelsystem und Stängel ausdehnen und Feuchtigkeit aufnehmen.
  2. Vor dem Einpflanzen alle beschädigten Triebe vom Sämling entfernen. Es dürfen keine Beläge, Schimmel oder sonstige Beschädigungen vorhanden sein.
  3. Der Sämling wird so in das Pflanzloch gesetzt, dass sich seine Wurzeln über den Erdhügel ausbreiten. Anschließend wird die Erde vorsichtig aufgefüllt und verdichtet. Dabei wird der Stamm leicht geschüttelt, um sicherzustellen, dass keine Luftblasen eingeschlossen sind.
  4. Um ein Abbrechen zu verhindern und die Windbeständigkeit zu erhöhen, wird der Baum an einer vorbereiteten Stütze befestigt. Zum Anbinden können Streifen aus weichem Stoff oder Kunststoff verwendet werden.
  5. Als Nächstes gießen Sie den Apfelbaum an der Wurzel. Sie benötigen 3 bis 5 Eimer Wasser. Die Wassermenge richtet sich nach dem Pflanzzeitpunkt. Das nach dem Verdichten der Erde verbleibende Pflanzloch wird mit Humus oder Sägemehl abgedeckt.
  6. Eine einjährige Pflanze wird auf 75 cm zurückgeschnitten. Bei einer zweijährigen Pflanze werden die Seitentriebe gekürzt.
  7. Anschließend benötigt der Sämling die richtige Pflege. Andernfalls kann die Pflanze absterben.

Fehler beim Pflanzen von Apfelbäumen

Zu den häufigsten Fehlern beim Umpflanzen eines Apfelbaums gehören:

  • Eine falsche Bestimmung des Wurzelhalsniveaus verlangsamt das Pflanzenwachstum erheblich. Bedecken Sie den Wurzelhals niemals mit Erde. Zwischen Wurzelhals und Boden müssen mindestens 5 cm Abstand sein. Andernfalls leidet der Apfelbaum unter lang anhaltenden Krankheiten.
  • Beim Pflanzen in ein nicht vorbereitetes Loch setzt sich der Boden, was zu einer unnötigen Vertiefung des Wurzelhalses führt.
  • Zu viel Gießen tötet die nützliche Mikroflora ab.
  • Eine Nichteinhaltung der Mischungsverhältnisse bei der Herstellung von Kombinationsdüngern führt zu Sauerstoffmangel und zum Absterben von Geweben, die Nährstoffe liefern.
  • Die Verwendung von frischem Mist setzt Ammoniak und Schwefelwasserstoff frei, die der jungen Pflanze nur schaden.
  • Mangelnde Stütze – Stängelbeschädigung.

Jeder der aufgeführten Fehler wird sich negativ auf den Gesamtzustand des Baumes und die zukünftige Ernte auswirken.

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Damit sich der Aufwand für das Pflanzen eines Apfelbaums lohnt, müssen folgende Nuancen beachtet werden:

  • Bei lehmigen Böden ist eine gute Drainage unerlässlich. Konservendosen, Holzstücke und Steine ​​eignen sich hierfür. Das Pflanzloch muss vertieft werden. Diese Maßnahmen fördern das Wurzelwachstum, verhindern Staunässe und reduzieren das Risiko von Pilzkrankheiten.
  • Die negativen Eigenschaften sandiger Böden werden durch die Zugabe von Schluff ausgeglichen. Dieser wird auf den Boden des Pflanzlochs gegeben. Dadurch bleibt der Boden länger feucht.
  • In Sibirien werden Apfelbäume auf sanften Hügeln angebaut, die im Herbst vorbereitet werden.
  • Bei niedrigem Grundwasserspiegel ist das Pflanzen in einem Pflanzloch nicht möglich. In diesem Fall sind aufgeschüttete Erdhügel auf ebener Fläche die beste Lösung. Der Boden wird ebenfalls umgegraben und gedüngt. Diese Pflanzmethode ist zwar pflegeintensiver, schützt den Baum aber vor Fäulnis.
  • Um das horizontale Wurzelwachstum zu fördern, kann Zement anstelle von Drainagematerial, Schiefer oder anderen Materialien verwendet werden. Er wird unmittelbar vor dem Einpflanzen des Apfelbaums in den Boden des Pflanzlochs gegossen. Das Ergebnis ist ein Baum, der vor Schädlingen, Fäulnis und Staunässe geschützt ist.

Bei sorgfältiger Vorbereitung der Pflanzung, hochwertiger Pflege und strikter Einhaltung der Schritt-für-Schritt-Anleitung und Empfehlungen kann die erste Ernte in 5-6 Jahren erzielt werden.

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