Auch ohne eigenen Garten muss man nicht auf die Freude am Anpflanzen, Pflegen und Ernten von Gemüse verzichten. Gemüse lässt sich ganz einfach zu Hause anbauen, ohne den lästigen Weg in den Garten. So gibt es beispielsweise kleinfrüchtige Tomatensorten, die sich ideal für den Anbau in der Wohnung oder auf dem Balkon eignen.
Kirschtomaten auf der Fensterbank bringen köstliche Früchte hervor und verschönern gleichzeitig Ihr Zuhause. Da sie das ganze Jahr über angebaut werden können, sind sie die perfekte Wahl für alle, die ihre Gartenbeete im Winter vermissen.
Inhalt
Beschreibung von Kirschtomaten
Mini-Tomaten sind allgemein als Kirschtomaten bekannt, was übersetzt „Kirsche“ bedeutet. Heute gibt es über 100 Sorten kleinfrüchtiger Tomaten, die sich in Größe, Form, Farbe und Geschmack unterscheiden. Kirschtomaten sind heutzutage sehr beliebt: Sie werden frisch gegessen, in Salaten verwendet, eingelegt, gesalzen und sogar getrocknet. Diese Früchte sind lange haltbar, ohne an Qualität zu verlieren, was sie von anderen Sorten unterscheidet.
Kirschtomaten enthalten etwa 1,5-mal so viele Nährstoffe wie herkömmliche Tomaten. 100 Gramm dieser kleinen Tomaten decken den Tagesbedarf an den Vitaminen A, C und B, Kalium und Eisen.
Welche Sorten von Kirschtomaten eignen sich für den Anbau zu Hause?
Kirschsorten, die für Stadtwohnungen gezüchtet werden, erreichen eine Höhe von 0,5–0,6 m (manche sogar 1–1,5 m). Größere, kräftigere Sträucher, die eine reichere Ernte liefern, werden im Freiland und in Gewächshäusern angebaut. Ein einzelner Strauch im Haus kann pro Saison etwa 1,5–2 kg Früchte tragen.
Für den Hausanbau werden üblicherweise folgende Kirschtomatensorten empfohlen:
- Lycopa F1;
- Maxik F1;
- Kira F1;
- Balkonwunder;
- Orangefarbene Kappe;
- Rotkäppchen;
- Gelbe Kappe.
Schauen wir sie uns genauer an.
Lycopa F1
Eine Kirschtomatensorte, deren Sträucher 1,5 bis 2 Meter hoch werden können. Die Früchte sind saftig, haben eine feste Schale und ein angenehm süßliches Fruchtfleisch mit einer dezenten Säure. Sie ähneln Beeren und wiegen jeweils zwischen 10 und 40 Gramm. Geschmack und Nährwert dieser Tomatensorte beruhen auf ihrem hohen Lycopingehalt (daher der Name). Die Früchte reifen innerhalb von 90 bis 95 Tagen nach der Keimung.
Die Lycopa-F1-Sorte ist äußerst resistent gegen Pilzbefall und andere Krankheiten. Sie eignet sich hervorragend sowohl für den Frischverzehr als auch zur Winterlagerung. Die Früchte können lange gelagert werden, ohne an Geschmack zu verlieren.
Maxik F1
Eine Kirschtomatensorte, die als eine der besten zum Einmachen gilt. Sie reift innerhalb von 90 Tagen nach der Keimung. Die Früchte sind lange haltbar und behalten dabei ihre Frische und ihr ansprechendes Aussehen. Die Pflanzen dieser Sorte sind resistent gegen Viruserkrankungen, Nematoden und Verticillium-Welke.
Kira F1
Die Sträucher dieser Sorte erreichen eine Höhe von 1,5 bis 1,7 Metern. Die Früchte reifen in der Regel 95 bis 105 Tage nach der Keimung. Jede Traube trägt 18 bis 20 runde, oben leicht abgeflachte Früchte. Sie sind orangefarben, fest und platzen weder bei Hitzebehandlung noch bei mechanischer Belastung. Diese Sorte ist pflegeleicht und einfach anzubauen.
Bei den als F1 gekennzeichneten Sorten handelt es sich um Hybriden. Ihr Saatgut kann nicht für die nachfolgende Aussaat gewonnen werden.
Balkonwunder
Diese Sorte ist determiniert und die Sträucher erreichen eine Höhe von 0,6 m. Die Tomaten können sogar im Winter angebaut werden und liefern etwa drei Monate nach der Keimung eine Ernte. Die Früchte eignen sich hervorragend sowohl zum Frischverzehr als auch zum Einmachen.
Sie können mehr über diese Sorte lesen.Balkon-Wundertomate: Beschreibung, Anpflanzung, Pflege, Vergleich, BewertungenDie
Rotkäppchen
Die Sorten Rot, Gelb und Orange Riding Hood unterscheiden sich, wie ihre Namen bereits andeuten, in der Fruchtfarbe. Alle drei Pflanzen sind sehr kompakt und erreichen eine Höhe von 0,5 bis 0,6 m. Sie eignen sich für die Anzucht in relativ kleinen Töpfen oder Pflanzgefäßen, beispielsweise auf der Fensterbank oder dem Balkon. Von der Keimung bis zur Fruchtreife vergehen etwa 85 bis 90 Tage. Riding Hood ist eine Zierpflanze und kann zur Dekoration einer Wohnung verwendet werden.
Fotogalerie
Ein mit Beeren behängter Kirschstrauch, der in einem Topf direkt auf dem Tisch steht, sieht sehr beeindruckend aus.
Es wurden auch niedrig wachsende Kirschtomatensorten wie Bonsai, Strawberry, Golden Bunch und Rowan Beads entwickelt.
Mehr über selbst angebaute Tomaten Tomaten auf dem Balkon: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anbau.
Kirschtomaten zu Hause anpflanzen
Wenn Sie Kirschtomaten zu Hause anbauen möchten, ist eine gute Vorbereitung wichtig: Wählen Sie das Pflanzmaterial und einen geeigneten Standort für Ihren zukünftigen Indoor-„Garten“. Da diese Pflanzen Licht benötigen, stellen Sie die Töpfe an einen hellen Ort, idealerweise in der Nähe von Fenstern, die den Großteil des Tages Sonnenlicht erhalten. Bereiten Sie außerdem die benötigten Rankhilfen vor. Sie können Stöcke aus Holz, Kunststoff oder Metall verwenden. Wählen Sie hohe, ausreichend große Töpfe mit einem Fassungsvermögen von etwa 8–10 Litern.
Kirschtomaten werden aus Samen gezogen oder durch Ausbrechen ausgewachsener Pflanzen vermehrt.
Typischerweise werden sie Ende August oder Anfang September gepflanzt, um reifes Gemüse für den festlichen Neujahrstisch zu erhalten, oder Ende November oder Anfang Dezember, um im vitaminarmen März geerntet zu werden.
Lassen Sie uns den Prozess Schritt für Schritt beschreiben:
- Vorbereitung;
- Boden- und Standortwahl;
- Saatgut zum Anpflanzen;
- Samen pflanzen;
- Sämlinge aussuchen.
Nach dem Kauf die Samen sortieren und anschließend 12 Stunden in einer Keimlösung (erhältlich im Fachhandel) einweichen. Dadurch werden sie keimfähig. Danach gründlich abspülen und in mit Wasser getränkte Gaze wickeln, bis sie aufquellen.
Anschließend werden die Samen in vorbereitete Erde, etwa 1 cm tief, gelegt. Am besten eignet sich für Kirschtomaten eine Mischung aus Gartenerde und Flusssand im Verhältnis 1:3, angereichert mit etwas Torf und Humus.
Vor dem Pflanzen sollte der Boden durch Einweichen in einer Kupfersulfatlösung desinfiziert werden.
Anschließend sollte zur Verbesserung des Pflanzenwachstums und der Entwicklung Mineraldünger oder Asche in den Boden eingearbeitet werden. Danach mit abgestandenem Wasser bei Raumtemperatur oder einer schwachen Kaliumpermanganatlösung gießen.
Decken Sie die Behälter mit den ausgesäten Samen mit Plastikfolie oder einer Glasglocke ab, um Gewächshausbedingungen zu schaffen. Sobald die Keimlinge erscheinen, lassen Sie die Folie oder die Glocke nicht dauerhaft über den Pflanzen. Öffnen Sie sie regelmäßig, um frische Luft hereinzulassen und die Pflanzen abzuhärten.
Sobald zwei Blätter aus der Erde sprießen, sollten die Wurzeln durch Abknipsen gestutzt werden. Dies stärkt das Wurzelsystem und fördert dessen Entwicklung. Anschließend die Pflanzen mit einer schwachen Kaliumpermanganatlösung gießen und die Oberfläche mit einer dünnen Sandschicht bestreuen.
Sie können die Sämlinge auch in kleinen Töpfen vorziehen und sie dann in einen größeren Topf umpflanzen, sobald sich einige Blätter gebildet haben. Säen Sie in diesem Fall zwei Samen pro kleinem Topf (normale Plastikbecher genügen). Sobald die Sämlinge gekeimt sind, beurteilen Sie sie, und der kräftigere, besser entwickelte Sämling wird in den größeren Topf umgepflanzt.
Viele Hobbygärtner, die Kirschtomaten zu Hause anbauen, verwenden auch die Ausgeizmethode. Dabei wird ein kleiner Trieb von einer ausgewachsenen Pflanze abgetrennt und in ein Gefäß mit Wasser gestellt. Nach etwa einer Woche bilden sich feine Wurzeln, woraufhin die Pflanze in vorbereitete Erde in einen großen Topf umgepflanzt werden kann.
Pflege einer selbst angebauten Kirschtomate
Viele Kirschtomatensorten sind im Allgemeinen einfach anzubauen. Sie benötigen jedoch Pflege, um eine gute Ernte zu erzielen. Diese Pflanzen brauchen ausreichend Wasser, eine gleichmäßige Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Außerdem benötigen sie ein gewisses Maß an Licht und Wärme.
Damit Kirschtomaten gut wachsen und eine reiche Ernte bringen, benötigen sie eine gute und kontinuierliche Beleuchtung.
Im Winter ist Sonnenlicht in weiten Teilen unseres Landes rar, daher benötigen Kirschtomatenpflanzen zusätzliches Licht mit mindestens 16 Stunden Tageslicht. Erhalten die Pflanzen nicht genügend Licht, verläuft die Photosynthese verlangsamt, was sich durch blassgrüne Blätter bemerkbar macht. Solche Pflanzen bilden keine Früchte, und eine Ernte ist unmöglich.
Es sollte ein bestimmtes Temperaturregime eingehalten werden: tagsüber etwa 20–25 °C und nachts mindestens 18 °C. Die Pflanzgefäße sollten an einem hellen Ort ohne Zugluft stehen. Werden Tomaten auf einem Balkon angebaut, müssen sie in gemäßigten Klimazonen nachts ins Haus geholt werden, auch im Sommer. Die Temperaturen können unter 18 °C fallen, was die Pflanze schwer schädigen kann.
Entfernen Sie regelmäßig vergilbte oder vertrocknete Blätter vom Strauch. Die meisten Sorten benötigen außerdem einen regelmäßigen Rückschnitt. Dies ist notwendig, damit die Pflanze nicht zu groß wird und ihre Energie in das Laubwerk investiert, sondern stattdessen mehr Früchte bildet. Sobald der Strauch Früchte ansetzt, lassen Sie vier bis fünf Fruchtstände stehen. Knipsen Sie gleichzeitig die Spitze um drei bis fünf Zentimeter ab.
Abgeschnittene Zweige, sogenannte Seitentriebe, eignen sich zur Anzucht neuer Sträucher. Dazu stellt man sie in ein Glas oder Einmachglas mit Wasser, und sobald sich Wurzeln gebildet haben, pflanzt man sie in einen Topf.
Bewässerung
Für ein gesundes Wachstum der Kirschtomatenpflanze ist die richtige Bewässerung entscheidend. Sowohl zu wenig als auch zu viel Wasser schaden ihr. Überwässerung kann Wurzelfäule verursachen. Dies lässt sich vermeiden, indem man vor dem Einfüllen der Erde eine Drainageschicht in den Topf gibt. Feiner oder mittelgrober Blähton eignet sich hierfür am besten.
Um den Wasserbedarf zu reduzieren und gleichzeitig ein Austrocknen des Bodens zu verhindern, empfehlen Experten die Verwendung eines speziellen Hydrogels, das ebenfalls unter die Erde gelegt wird.
Im Sommer sollten Kirschtomaten bei sonnigem und heißem Wetter alle zwei bis drei Tage gegossen werden. Bei kühlem und bewölktem Wetter reicht es, sie zweimal wöchentlich zu gießen. Verwenden Sie gut abgestandenes Wasser. Befeuchten Sie die Erde morgens oder abends, wenn die Sonne nicht so stark scheint.
Die Luftfeuchtigkeit im Raum, in dem Kirschtomatenpflanzen stehen, sollte etwa 70 % betragen. Gießen Sie die Pflanzen regelmäßig und besprühen Sie sie dabei leicht mit einer Sprühflasche. Wichtig ist auch, die Pflanzen regelmäßig zu lüften, dabei sollten sie jedoch keiner kalten Luft ausgesetzt sein. Ein Ventilator eignet sich hierfür gut und verteilt warme Luft um die Pflanzen.
Topdressing
Für eine reiche Ernte sollten Kirschtomaten-Töpfe gedüngt werden. Superphosphat, Holzasche und Humus (nicht frisch) eignen sich am besten. Während des Fruchtansatzes und der Reife sollte etwa alle zwei Wochen gedüngt werden, wobei die Düngemittelgaben abgewechselt werden sollten.
Stickstoffhaltige Düngemittel können ebenfalls verwendet werden, jedoch nur in begrenzten Mengen.
Kirschtomaten benötigen Dünger, aber man sollte es nicht übertreiben. Dünger ist unerlässlich für gesundes Pflanzenwachstum und schmackhafte, nährstoffreiche Früchte. Zu viel Düngung beeinträchtigt diese Vorteile und die organoleptischen Eigenschaften der Tomaten.
Einige nützliche Tipps zur Pflege von Kirschtomaten
Viele Kirschtomatensorten, die sich für die Zimmerkultur eignen, sind selbstbefruchtend. Für die Bestäubung sind mehrere Pflanzen und eine gute Luftzirkulation um die Töpfe herum erforderlich. Ein Ventilator kann in der Nähe der Pflanzen aufgestellt werden.

Experten empfehlen außerdem, Tomatenpflanzen bei der Bestäubung mit einem kleinen Pinsel oder Wattestäbchen zu unterstützen. Sammeln Sie mit dem Pinsel Pollen von den Blüten einer Pflanze und übertragen Sie ihn vorsichtig auf andere. Dies sollte früh morgens geschehen, da der Pollen nachts reift. Sie erkennen, dass die Blüten bestäubt wurden, wenn sich die Blütenblätter leicht zurückrollen.
Wie andere Zimmerpflanzen können auch Kirschtomaten krank werden oder von Insekten befallen werden. Eine kranke Pflanze bringt keine gute Ernte und sieht unansehnlich aus.
Die häufigsten Schädlinge dieser Nutzpflanzen sind Spinnmilben und Blattläuse.
Werden Schädlinge an der Pflanze entdeckt, sollte sie häufiger gelüftet und mit einer Sprühflasche besprüht werden. Eine 1%ige Bordeauxbrühe eignet sich zur Vorbeugung. Sobald sich Früchte bilden, empfehlen Experten, die Pflanzen mit einem Knoblauchaufguss zu besprühen, um einen Befall zu verhindern.
Für die Zubereitung benötigen Sie 100 Gramm Knoblauch und einen halben Liter Wasser. Hacken Sie die Zehen, geben Sie sie in ein Glas, bedecken Sie sie mit Wasser und lassen Sie sie 24 Stunden ziehen. Anschließend die Flüssigkeit durch ein Mulltuch abseihen und mit 5 Litern Wasser verdünnen. Geben Sie 20 Gramm geriebenes Waschmittel hinzu und rühren Sie gut um, bis es sich aufgelöst hat. Besprühen Sie die Pflanzen einmal im Monat mit der so entstandenen Mischung.
Wenn vorbeugende Maßnahmen nicht helfen, behandeln Sie die Sträucher mit Insektiziden. Im Fachhandel sind Insektizide speziell für Kirschtomaten erhältlich. Alternativ können auch Breitbandinsektizide verwendet werden; beachten Sie dabei die Dosierungsanleitung auf der Verpackung.
Wenn der Strauch wächst, benötigt er eine Stütze. Dazu stellt man eine Stütze in den Topf und bindet den Stängel daran fest. Hängende Kirschtomatensorten können mit speziell angebundenen Schnüren gestützt werden.
Experten empfehlen, Tomaten erst dann direkt vom Strauch zu pflücken, wenn sie vollreif sind. Am Strauch gereifte Tomaten sind reich an Nährstoffen und haben einen unverwechselbaren, angenehmen Geschmack und Duft. Normalerweise reifen die Früchte gleichmäßig und können als ganze Büschel geerntet werden.
Sollen Tomaten lange gelagert werden, können sie im milchig-reifen oder noch braunen Stadium geerntet werden, also bevor sie vollständig reif sind. Dieselbe Methode eignet sich auch für Tomaten, die zum Einkochen bestimmt sind.
Erfahrene Gärtner empfehlen, Kirschtomaten in Metalltöpfen anzubauen. Dadurch soll das Risiko von Pilzkrankheiten verringert werden.
Kirschtomaten zu Hause anzubauen ist ganz einfach, wenn man alle Pflegehinweise beachtet. Es lohnt sich, Zeit und Mühe zu investieren, um köstliche und gesunde Tomaten zu ernten, die der ganzen Familie das ganze Jahr über Freude bereiten.
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