Eine gute Apfelernte erfordert besondere Sorgfalt, aber die prompte Einhaltung aller Regeln kann keine höhere Ausbeute garantieren.
Ein wichtiger Bestandteil ist die Vorbereitung der Obstbäume im Frühjahr, nämlich eine vorbeugende und bekämpfende Spritzung, die Apfelbäume vor möglichen Krankheiten und schädlichen Insekten schützt.
Phasen und Zeitpunkt der Frühjahrsbehandlung von Apfelbäumen gegen Krankheiten und Schädlinge
Das Besprühen von Apfelbäumen ist entscheidend, nicht nur um die zukünftige Ernte zu erhalten und zu steigern, sondern auch um sie vor verschiedenen Schädlingen zu schützen. Professionelle Gärtner behandeln ihre Obstgärten aus mehreren wichtigen Gründen in vier Schritten:
- Insekten, die Obstbäume schädigen können, erwachen nicht zur gleichen Zeit;
- Pilzkrankheiten treten auch zu unterschiedlichen Jahreszeiten auf.
Aus diesen Gründen erfolgt die Spritzung in mehreren Schritten, je nach Zustand des Baumes. Die Behandlungen sind:
- kahle Äste;
- ruhende Knospen;
- blühende Bäume;
- junge Fruchtknoten, sobald die Blüten abgefallen sind.
Verwenden Sie hierfür Folgendes:
- Fungizide. Dies sind spezielle Substanzen, die zur Bekämpfung verschiedener Pflanzenkrankheiten eingesetzt werden;
- Insektizide. Diese Präparate werden zur Abtötung von Insekten verwendet.
Diese Substanzen können chemischen oder biologischen Ursprungs sein. Chemische Substanzen sind bei Hobbygärtnern beliebter, da ihr Wirkstoff deutlich schneller wirkt als der biologische. Trotz ihres bedenklichen chemischen Ursprungs ist dies oft die einzige Möglichkeit, einen Schädling, der einen Baum unerbittlich zerstört, schnell zu bekämpfen. Die chemische Behandlung von Apfelbäumen im Frühjahr ist für den Menschen völlig unbedenklich. Während der Reifezeit werden die in der Baumbehandlung verwendeten Pestizide vollständig in unschädliche Spurenelemente abgebaut und können nicht aufgenommen werden.
Bei der Verwendung jeglicher Substanzen, insbesondere chemischer, ist die Dosierung entscheidend. Werden die Anweisungen und Empfehlungen auf der Verpackung nicht beachtet, kann dies zu Verbrennungen an jungen Blättern und Blüten und somit zu Ernteausfällen führen.
Biologische und volksmedizinische Heilmittel eignen sich nur für den Einsatz bei geringfügigen Pflanzenkrankheiten. Ihre Anwendung ist angebracht, wenn der Schädlingsbefall gering oder die betroffene Fläche sehr klein ist.
Erste Verarbeitungsstufe
Jeder Gärtner wählt den günstigsten Zeitpunkt für die erste Spritzung seines Apfelgartens. Üblicherweise sollte man damit bei trockenem, warmem Wetter beginnen, wenn die Umgebungstemperatur über 5 °C liegt, kein Schnee liegt und die Knospen an den Zweigen noch nicht angeschwollen sind.
Das erste Besprühen der kahlen Apfelbaumzweige ist notwendig, um den Baum vor Pilzsporen zu schützen, die aktiv vom Wind verbreitet werden. Diese erste Behandlung beseitigt zwar nicht alle Sporen vollständig, verlangsamt aber deren Entwicklung deutlich.
Pilzbefall wird durch folgende Medikamente abgetötet:
- Eine 3%ige Mischung aus Kalk und Kupfersulfat. Bei der Zubereitung ist es wichtig, alle Empfehlungen und Anweisungen genau zu befolgen. Andernfalls wird die Mischung falsch angemischt und ist wirkungslos gegen Pilzerkrankungen.
- Eisensulfat;
- Chor;
- Harnstoff + Kupfersulfat.
Für die Endmischung werden 5 Liter heißes Wasser, 350 g Harnstoff und 25 g Kupfersulfat benötigt. Heißes Wasser beschleunigt das Auflösen der Zutaten erheblich. Die fertige Lösung sollte filtriert und als Gartenspritze verwendet werden. Das Kupfer in dieser Lösung schützt die Pflanzen vor Pilzkrankheiten, der Harnstoff düngt den Garten und schützt die Bäume. Diese Behandlung verzögert die Blüte im Garten deutlich. Dies ist wichtig zu beachten – Apfelbäume blühen etwa eine Woche später als unbehandelte Obstbäume. Dadurch werden Ernteschäden durch den ersten Frost verhindert.
Viele Gärtner befürchten zu Recht, dass das Besprühen mit Kupfersulfat für Menschen gefährlich sein kann. Kupferhaltige Produkte gelten zwar als gesundheitsschädlich, doch eine frühzeitige Behandlung der Bäume, insbesondere vor dem Fruchtansatz, ist unbedenklich. Mit der Reife der Äpfel wird das Kupfer vollständig abgewaschen, sodass die Anwendung völlig sicher ist.
Es ist außerdem wichtig zu wissen, dass im Frühjahr außer Kupfer und Eisensulfat keine anderen wirksamen Substanzen zur Verfügung stehen. In der kalten Jahreszeit ist der Einsatz biologischer Mittel völlig sinnlos – das Besprühen von Bäumen mit biologischen Produkten im Frühjahr bringt keine Ergebnisse, da diese bei niedrigen Temperaturen unwirksam sind.
Zweite Verarbeitungsstufe
Die weitere Behandlung der Apfelbäume erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, wenn die Lufttemperatur etwa +10…+15 °C beträgt.
Etwa zwei Wochen nach der ersten Behandlung schwellen die Knospen an den Bäumen rasch an, doch gleichzeitig werden auch Schädlinge aktiv. Die zweite Spritzung bekämpft nicht nur Pilzkrankheiten, sondern hält auch Insekten von den Blüten fern. Daher wird eine Mischung aus Fungiziden (Mittel gegen Pilzkrankheiten) und Insektiziden zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.
Der gefährlichste Feind eines blühenden Apfelbaums ist der Apfelblütenkäfer. Er bohrt sich in die Mitte einer noch nicht geöffneten Blüte und legt dort seine Eier ab. Die geschlüpften Larven verschließen die Blütenblätter mit einer klebrigen Substanz, leben im Inneren und ernähren sich vom süßen Pflanzensaft. Solange sie noch nicht aus ihrem Versteck schlüpfen, lassen sie sich nicht bekämpfen. Von diesem Schädling befallene Blüten tragen natürlich keine Früchte; sie sehen trocken und schwarz aus.
Blütenkäfer können mit allen Insektiziden und deren Mischungen mit Fungiziden vernichtet werden:
- Fufanon;
- Decisom;
- Funke;
- Intavir;
- Tanrek;
- 1%ige Bordeauxbrühe (die Lösung muss 1%ig sein. Eine hohe Konzentration kann junge Knospen verbrennen, was sich sehr negativ auf den Zustand des gesamten Baumes auswirkt);
- Horus + Decis (Karbofos, Aktara).
Dritte Behandlung
Dieses Stadium wird auch als „Rosenknospenbehandlung“ bezeichnet. Ziel dieser Behandlung ist die Bekämpfung des gefräßigen Apfelwicklers.
Das Problem besteht darin, dass dieser Insekt seine Eier aktiv in der Nähe oder auf ungeöffneten Knospen ablegt. Durch das Eindringen in die Blüte zerstören die Apfelwicklerlarven die zukünftige Ernte, was erst im Herbst während der Lese sichtbar wird. Um Ernteausfälle zu vermeiden, sollte man die Knospen, sobald sie sich gebildet haben, aber noch nicht geöffnet sind, mit einer Mischung aus Fungiziden und Insektiziden behandeln.
Beim Besprühen nicht mit der Lösung sparen – besprühen Sie nicht nur die Äste, sondern auch den Boden um den Stamm herum in einem Radius von einem Meter. Achten Sie auch auf andere Obstbäume und -sträucher in der Nähe des Apfelbaums.
Insekten können schnell von diesen Zweigen auf den Apfelbaum wandern, was sich ebenfalls negativ auf die zukünftige Ernte auswirkt. Es ist wichtig zu beachten, dass viele biologische Produkte, wie beispielsweise Fitoverm und Fitoksibacillin, bei Temperaturen über 10 °C ihre Wirksamkeit verlieren.
Vierte Behandlung
Die letzte Spritzbehandlung erfolgt nach der Blüte, wenn die jungen Knospen die Größe einer kleinen Erbse erreicht haben. Hierfür wird eine Lösung aus 2 g Actara (Insektizid) und 2 g Skor (Fungizid) auf 10 Liter Wasser benötigt. Die Behandlung wird am gesamten Baum durchgeführt – an Laub, Ästen und Stammumfang.
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Ein ausgewachsener, fruchttragender Baum muss selbstverständlich im Frühjahr in vier Schritten nach allen Vorgaben gespritzt werden. Junge Sämlinge, die noch keine Früchte getragen oder geblüht haben, benötigen deutlich weniger Behandlung. Diese Pflanzen sind noch nicht so anfällig für Schadinsekten, was die Arbeit des Gärtners erheblich vereinfacht. Für solche Apfelbäume genügen drei Behandlungsschritte, die folgende Maßnahmen umfassen:
- entlang kahler Äste;
- entlang des grünen Kegels;
- nach der Blüte.
Tipps zur Behandlung von Apfelbäumen im Frühjahr
Bevor Sie Apfelbäume direkt besprühen und die Lösung zubereiten, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten:
- Kupfersulfat reagiert schlecht mit Eisen, daher sollten Sie bei der Zubereitung der Lösung keine Eisenutensilien verwenden. Zum Umrühren eignen sich am besten Kunststoff- oder Holzstäbchen, und die Lösung sollte in einem Glasbehälter aufbewahrt werden.
- Es ist unmöglich, alle Schädlinge vollständig zu beseitigen. Bei der Anwendung einer „Grünkegel“-Behandlung besteht die Möglichkeit, dass viele im Baumstamm überwinternde Schädlinge überleben und nach dem Austrieb weiterhin Schäden im Apfelgarten verursachen. Daher sollten nach dem Blattaustrieb wiederholte Behandlungen mit niedrigeren Konzentrationen durchgeführt werden.
- Beim Anmischen von Eisen(II)-sulfat ist zu beachten, dass es recht schnell oxidiert. Um seine positiven Eigenschaften zu erhalten, sollte der Lösung daher eine kleine Menge Zitronensäure zugesetzt werden.
- Vergessen Sie beim Besprühen Ihres Apfelgartens nicht Ihren persönlichen Schutz! Vermeiden Sie unbedingt den Kontakt der Spritzlösung mit Nase, Augen und Mund. Sollte es dennoch zu Kontakt kommen, spülen Sie die betroffene Stelle mit fließendem Wasser ab und suchen Sie einen Arzt auf.


