Kakteen bilden eine große Familie aus der Ordnung der Nelkenartigen (Caryophyllales). Ursprünglich in Süd- und Nordamerika beheimatet, haben sich diese Pflanzen weltweit verbreitet und sind aufgrund ihrer Artenvielfalt bei Liebhabern exotischer Blumen sehr beliebt.
Inhalt
Beschreibung von Kakteen
Der Stamm besitzt einzigartige, modifizierte Verzweigungen, sogenannte Areolen, aus denen Stacheln entspringen und die gleichzeitig als Ausgangspunkt für die Bildung von Kaktussprossen dienen. Aus diesen Knospen wachsen auch die Kakteenknospen. In Innenräumen vermehrt sich die Pflanze hauptsächlich vegetativ und blüht selten. Wie andere Sukkulenten können Kakteen aufgrund ihrer einzigartigen Struktur und ihres Lebenszyklus lange Zeit ohne Wasser überleben. So findet beispielsweise die Photosynthese nachts statt, da sich die Spaltöffnungen tagsüber schließen, um Wasserverlust zu vermeiden. Der Stamm enthält Saft, der die Areolen nährt. Das Wurzelsystem ist gut entwickelt und stark verzweigt, um möglichst viel Feuchtigkeit aufzunehmen. Einige Kakteenarten werden aktiv in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie eingesetzt.
Kakteenarten
Biologisch gesehen gibt es elf Gattungen und vier Unterfamilien, darunter die Pereskiaceae, Mauchieniaceae, Opuntiaceae und Cactaceae, die Arten umfassen, die nicht zu den erstgenannten Unterfamilien gehören. Zimmerpflanzenliebhaber klassifizieren diese Pflanzen jedoch anhand anderer Merkmale wie ihres Wuchses: Bäume, Sträucher, Kletterpflanzen und krautige Pflanzen. Basierend auf ihrem Lebensraum werden Kakteen in Wüstenkakteen und Waldkakteen unterteilt, die in den Tropen Südamerikas vorkommen. Diese Einteilung stellt eine vereinfachte Version der elf Gattungen dar. Die Benennung des Lebensraums und der äußeren Merkmale gibt bereits Aufschluss über die Kakteenart.
Sträucher
Diese Art zeichnet sich durch kurze, verzweigte Triebe aus, die dicht am Boden hängen. Ein besonderes Merkmal sind die Blüten, die die Stängel üppig bedecken: Sie sind leuchtend rot-orange oder violett. Ein typischer Vertreter ist Hylocereus, dessen reife Frucht Pitahaya genannt wird und in tropischen Regionen häufig als Nahrungsmittel verzehrt wird.
Baumartig
Sie zeichnen sich durch einen großen, massiven, säulenförmigen Stamm aus, der sich an der Spitze verzweigt. Der Durchmesser von Baumkakteen kann, insbesondere in freier Natur, gigantische Ausmaße erreichen. Diese Pflanzen können über 300 Jahre lang aktiv wachsen, danach stellen sie ihr Wachstum ein, leben aber noch lange weiter. Dies ist in Innenräumen nicht möglich. Viele Exemplare, wie beispielsweise der Cereus, erreichen eine Höhe von 25 bis 30 Metern.
Krautig
Sie gedeihen am besten in trockenen Klimazonen und bei direkter Sonneneinstrahlung. Ihre weißlichen Stacheln sind dicht miteinander verflochten und bilden eine Art Netz, das den kugelförmigen Stamm schützt und Feuchtigkeit speichert. Sie sind klein: 30–40 cm hoch und 15–20 cm im Durchmesser. Ein markantes Beispiel dieser Art ist Mammillaria, die aufgrund ihrer Pflegeleichtigkeit und ihrer dekorativen Eigenschaften bei Kakteenliebhabern sehr beliebt ist.
Lianenartig
Es handelt sich um epiphytische Pflanzen, die sich um Baumstämme winden. Ihre Größe hängt von der Länge des Rankgerüsts ab, beträgt aber durchschnittlich 5–9 m bei einem Stammdurchmesser von etwa 2–3 cm. Die borstigen Stacheln sind braun oder weiß. Die Areolen fallen ab einer Länge von 3 cm ab und bilden sich mit der Zeit neu. Sie besitzen 5–8 Rippen. Diese Art ist besonders wegen ihrer einzigartigen Blüten begehrt. So hat beispielsweise Selenicerius längliche, leuchtend gelbe und beige, runde Knospen, die, wenn sie sich öffnen, der Sonne ähneln.
Wüstenkakteen
Um in der anhaltenden Trockenheit und bei geringen Niederschlägen zu überleben, haben Kakteen zahlreiche Merkmale entwickelt, darunter Nadeln und einen dichten Stamm. Alle Wüstenkakteen besitzen ein Pfahlwurzelsystem, unterscheiden sich jedoch in Verzweigungsdichte und -länge. So können die Wurzeln vieler Arten große Flächen bedecken und kleine, dünne Verzweigungen ausbilden, um Feuchtigkeit zu finden. Andere wiederum haben eine dicke Pfahlwurzel, die mehrere Zentimeter tief in den trockenen Boden eindringt und es ihnen ermöglicht, große Mengen an Feuchtigkeit zu speichern. Eine weitere Anpassung ist der Kamm. Während der Regenzeit, wenn Wasser direkt in den Kaktus eindringt, sammelt sich die Flüssigkeit im Inneren, wodurch der Kamm anschwillt und eine runde Form annimmt. Dies hilft, Feuchtigkeit zu speichern und verhindert, dass die Haut aufreißt. Folgende Arten werden als Wüstenkakteen klassifiziert:
- Astrophytum. Zwischen den langen Stacheln befinden sich zahlreiche kleine Härchen. Die Pflanze hat eine kugelförmige Gestalt und panaschierte Blüten.
- Ariocarpus. Die Stängel sind abgeflacht und wachsen niedrig.
- Gymnocalycium-Pflanzen können aufgrund des Mangels an Chlorophyll rosa, orange und rote Farben aufweisen.
- Cleistocacti. Dicht mit weißen Stacheln bedeckt. Leuchtende Blüten an der Spitze.
- Lophophora. Sie besitzt keine Stacheln und ähnelt in ihrer Form einem Kürbis.
- Cephalocereus. Scharfe, lange, dünne Nadeln, die Haaren ähneln.
Waldkakteen
Die Struktur der Vertreter dieser Gruppe variiert stark. Die meisten sind Epiphyten, die auf Bäumen und Felsen wachsen, welche ihnen als Halt dienen. Auch parasitäre Arten, die sich von organischen Resten ernähren, kommen vor. Die Pflanzen beziehen ihre Feuchtigkeit über zahlreiche Luftwurzeln. Sie besitzen keine Stacheln, stattdessen sind ihre langen, dichten Stängel behaart. Waldarten benötigen weiches, diffuses Licht und relativ hohe Luftfeuchtigkeit.
- RhipsalisDie Stängel sind glatt, schmal und abgerundet. Die Knospen ähneln Glocken.
- EpiphyllumDuftende Blüten in verschiedenen Farbtönen.
- AporocactusErreicht eine Höhe von 2 m und hat eine silbrige Farbe.
Arten von Zimmerkakteen
Nicht alle Kakteen eignen sich für die Zimmerkultur. Viele benötigen spezielle Bodenbeschaffenheiten, die sich nicht manuell herstellen lassen. Zudem können manche Arten enorm groß werden, was ihre Kultivierung unpraktisch macht.
Blühende Kakteen für Zuhause
Es gibt mehrere Arten, die ihren Besitzern mit wunderschönen, leuchtenden Blütenständen Freude bereiten.
| Sicht | Beschreibung | Blühen |
| Echinocereus cristatus | Der Stamm ist dicht, 20-25 cm lang, die Dornen sind klein und wachsen spiralförmig. | Große, leuchtend rosa, violette, rote oder violett-gelbe Blüten mit einem angenehmen Duft. |
| Astrophytum capricornum | Große, längliche Rippen und abgerundete Stacheln. In den ersten Jahren ist er rundlich, wird aber mit der Zeit länger. | Runde Blüten, nur ausgewachsene Kakteen blühen. Gelbe und orangefarbene Blütenblätter sind häufig. |
| Notocactus Otto | Kugelförmig, elastisch. Die Nadeln sind groß und gerade. | Groß, bunt, in verschiedenen Farben, etwa 10-12 cm im Durchmesser. |
| Rebutia miniscule | Eine Zwergart, die bis zu 5 cm groß wird. Wächst in Kolonien. | Große gelbe oder rote Blütenstände bedecken die gesamte Oberfläche des Kaktus. |
| Cereus | Bis zu 100–150 cm hoch. Es gibt dornenlose Sorten mit glatten, fleischigen Stängeln. Verträgt keine direkte Sonneneinstrahlung. | Rund, kompakt, weiß mit einem rosafarbenen Schimmer. |
Laubkakteen
Diese Kakteen verdanken ihren Namen ihren modifizierten Stängeln: Sie sind abgeflacht und länglich und ähneln kleinen Blättern. Ihr Hauptmerkmal ist ihre Pflegeleichtigkeit, was diese Pflanzen sehr beliebt macht. Folgende Arten zählen zu den belaubten Kakteen:
- Kaktus Schlumbergera oder DecembrestNiedrig wachsende Epiphyten, die im Winter blühen.
- RhipsalidopsisDie Stecklinge weisen zahlreiche Zacken auf, die Knospen sind symmetrisch.
- Pereskia. Sie hat natürliche Blätter und Nadeln. Die Blüten sind groß und orange.
Kakteen anbauen
Kakteen eignen sich ideal für die Zimmerkultur. Sie sind pflegeleicht und erfreuen ihre Besitzer jedes Jahr mit wunderschönen Blüten. Unerfahrene Gärtner haben jedoch anfangs möglicherweise Schwierigkeiten, Blüten zu erzielen. Bei richtiger Pflege wächst die Pflanze kräftig und bildet Nachkommen. Neben ihrem Erscheinungsbild – einem dicken, fleischigen Stamm und einer kugelförmigen Gestalt – besitzen Kakteen auch nützliche Eigenschaften. Ihre Oberfläche absorbiert Licht und das von elektrischen Geräten abgegebene Licht.
Erde und Behälter für Kakteen
Kakteen benötigen direkten Zugang zu Wasser, daher ist herkömmliche Blumenerde ungeeignet. Das Substrat sollte aus großen, feinen Partikeln bestehen, damit die Flüssigkeit die Wurzeln leicht erreichen kann. Außerdem gewährleistet die richtige Erde eine gute Sauerstoffversorgung, die für das Pflanzenwachstum unerlässlich ist. Kakteen sterben sehr schnell, wenn die Erde zu viel Stickstoff enthält. Daher sollte man vermeiden, stickstoffhaltige Mineraldünger in die Erde einzubringen.
Organische Düngemittel schädigen die Pflanzengesundheit, schwächen sie und stören ihre natürlichen Stoffwechselprozesse. Die Zugabe von Kompost zum Substrat wird dringend abgeraten. Holzkohle, Schotter, Sand und Rasenerde sind hervorragende Alternativen.
Bei der Wahl des Pflanzgefäßes sollten Sie das Wurzelvolumen des Kaktus berücksichtigen. Manche Arten bilden viele kleine, verzweigte Wurzeln. Der Topf muss diesen Wurzeln ausreichend Platz bieten, sonst wird die Pflanze zu eng und hört auf zu blühen. Kakteen gedeihen nicht in zu großen Töpfen. Achten Sie auf ausreichende Drainage und füllen Sie den Boden mit Blähton, z. B. aus Schaumstoff, Schotter, Nussschalen oder Blähton. Nach dem Einpflanzen sollte die oberste Schicht mit Kieselsteinen oder Sand bedeckt werden. Lockern Sie die Erde regelmäßig auf, damit die Wurzeln ausreichend Luft bekommen.
Landung
Dies ist ein recht einfaches Projekt, das selbst ein unerfahrener Kakteenzüchter bewältigen kann. Es ist jedoch wichtig, eine bestimmte Reihenfolge einzuhalten:
- Vor dem Einpflanzen sollte man einige Tage lang nicht gießen, damit sich die Wurzeln leichter vom Boden lösen können.
- Zuerst müssen Sie einen Behälter vorbereiten und ihn zu etwa einem Drittel seines Gesamtvolumens mit Erde füllen.
- Setzen Sie den Kaktus anschließend vorsichtig in ein kleines Loch, sodass das gesamte Wurzelsystem unter der Erde liegt.
- Den restlichen Raum mit Flusssand oder Asche bestreuen.
Pflege von Zimmerkakteen
| Jahreszeit | Notwendige Bedingungen |
| Frühling | Die aktive Wachstumsphase beginnt. Die Sprühfrequenz sollte langsam erhöht werden, um den Kaktus nicht zu schädigen. Sobald das Wachstum wieder einsetzt, kann das Gießen seltener erfolgen. Im späten Frühjahr, mit dem Einsetzen wärmerer Temperaturen, sollten die Pflanzen ins Freie gestellt werden. Die Töpfe sollten leicht beschattet und die Sonneneinstrahlung allmählich gesteigert werden. Phosphordünger wird empfohlen. |
| Sommer | Die meisten Arten verfallen in eine Ruhephase. Das Gießen sollte reduziert werden. Düngen wird ebenfalls nicht empfohlen. Besprühen sollte an warmen Abenden erfolgen. Im August, wenn das Wachstum der Kakteen nachlässt, sollte auf Düngen vollständig verzichtet werden. |
| Herbst | Die Bewässerung sollte schrittweise reduziert werden; ab November benötigt der Kaktus kein zusätzliches Wasser mehr. Pflanzen aus Gewächshäusern und Gärten sollten ins Haus geholt werden. |
| Winter | Schaffen Sie geeignete Bedingungen: kühle Luft, mittlere bis niedrige Luftfeuchtigkeit, gute Beleuchtung. Die Pflanze benötigt weder Wasser noch Dünger. |
Lesen Sie mehr im Artikel. Wie man Kakteen zu Hause pflegtDie
Bewässerung
Obwohl Kakteen von Natur aus keine großen Ansprüche an regelmäßige Feuchtigkeit stellen, sollte man sie nicht gänzlich gießen. Wie jede Pflanze benötigen auch Kakteen Flüssigkeit für ihr normales Leben, jedoch in begrenzten Mengen, da sie sonst faulen. Durch die Feuchtigkeit nimmt das Wurzelsystem wichtige Mikronährstoffe auf, die für regelmäßiges Blühen und Wachstum sorgen. Jede Art hat ihre eigenen spezifischen Bewässerungsbedürfnisse, aber es gibt allgemeine Richtlinien:
- Verwenden Sie ausschließlich abgesetzte Flüssigkeit.
- Es wird empfohlen, den Kaktus an der Wurzel oder von unten zu gießen.
- Stellen Sie sicher, dass kein Wasser stagniert und sorgen Sie für eine Entwässerung.
- In warmen Monaten sollte man es abends tun, in kalten Monaten tagsüber.
- Pflanzen, deren Stängel mit einer Wachsschicht überzogen sind, müssen nicht besprüht werden.
Topdressing
Wenn Sie ein spezielles Kakteensubstrat verwenden, das bereits alle notwendigen Nährstoffe enthält, ist keine zusätzliche Düngung erforderlich. Ansonsten eignen sich mineralische Dünger mit Kalium und Phosphor am besten.
Es wird empfohlen, Flüssigdünger zu verwenden, diesen mit Wasser zu mischen und während der Wachstumsphase beim Gießen auszubringen. Vermeiden Sie häufiges Düngen, insbesondere nach der Blüte, wenn die Pflanze in die Ruhephase eintritt. Guano (zersetzter Vogel- und Säugetierkot) kann der Pflanzmischung ebenfalls sparsam beigemischt werden.
Kakteen verpflanzen
Umtopfen sollte höchstens einmal jährlich, im Frühjahr oder Frühherbst, erfolgen, damit die Pflanze genügend Zeit hat, sich bis zum Winter vollständig zu etablieren und anzupassen. Der neue Topf sollte etwas größer sein als der vorherige, da die Wurzeln sonst nicht genügend Platz zum Entwickeln haben. Vor dem Einpflanzen müssen Topf und Substrat desinfiziert werden, um Pilzbefall vorzubeugen. Die Erde sollte angefeuchtet werden, der Kaktus jedoch nicht zu tief eingepflanzt werden, da weiteres Gießen zum Absterben des Stammes unter der Erde führt. Erst nach 3–4 Tagen wieder gießen.
Es ist besser, den Standort des Topfes gleich auszuwählen, Pflanzen mögen häufige Standortwechsel nicht.
Wenn der Kaktus nicht blüht
Es ist ganz einfach, das Aussehen leuchtender, farbenfroher Knospen zu erzielen; man muss nur ein paar Regeln befolgen:
- Vermeiden Sie es, die Pflanze so zu drehen, dass sie dem Licht anders zugewandt ist. Dadurch wird sich der Stamm zwar stark krümmen, aber der Kaktus wird trotzdem noch lange blühen.
- Gehen Sie vorsichtig vor, um die Dornen und das Wurzelsystem nicht zu beschädigen. Da die Pflanzen viel Energie für die Regeneration aufwenden, bilden sich möglicherweise keine Knospen.
- Nicht zu viel gießen, insbesondere im Winter und Herbst.
- Sobald sich Knospen bilden, sollte kein Dünger ausgebracht werden, da der Kaktus sonst unreife Blütenstände abwirft.
Top.tomathouse.com: Tipps zur Anzucht von Kakteen aus Samen
Die Vermehrung aus Samen ist ein recht komplizierter, aber spannender Prozess, der lange dauern kann.
- Der Boden und der Behälter müssen mit Dampf oder speziellen Lösungen desinfiziert werden.
- Füllen Sie den Topf mit dem vorbereiteten, leicht angefeuchteten Substrat und legen Sie eine Drainageschicht auf den Boden.
- Die Samen mit einem Abstand von 3-4 cm zueinander auf die Oberfläche schichten.
- Mit einer Schicht Sand oder Asche bestreuen.
- Decken Sie die Behälter mit Plastikfolie oder Glas ab und stellen Sie sie an einen gut beleuchteten Ort.
- In zwei Wochen erscheinen die ersten Triebe, dann sollte die Abdeckung etwas verschoben, aber nicht entfernt werden, und der Boden sollte mit einem Sprühgerät befeuchtet werden.
- Sobald die ersten Nadeln erscheinen, muss die Schutzfolie entfernt und die Kakteen in einzelne Töpfe umgepflanzt werden.


