Flaschenbaum für Bonsai oder Brachychiton

Brachychiton ist eine Pflanze aus der Klasse der Zweikeimblättrigen (Dicotyledonen) und der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Die Gattung umfasst über 30 Arten. Der Name leitet sich von den griechischen Wörtern „brachys“ und „chiton“ ab und bedeutet wörtlich „kurzer Käfer“. Dies bezieht sich auf die Form der Samenschale, die einem kurzen griechischen Gewand ähnelt. Brachychiton wächst hauptsächlich in Australien und Neuguinea.

Die Gattung Brachychiton umfasst zahlreiche Arten, von Sträuchern bis hin zu ausgewachsenen, robusten Bäumen. Je nach Art unterscheiden sich die Pflanzen in Blattform und -durchmesser sowie in den Blüten. Die Blätter können dauerhaft grün bleiben oder sich erneuern und breit oder länglich sein. Die Blütenstände sind einfarbig oder leicht gefleckt und reichen von gelb bis violett; auch feuerrote Varianten kommen häufig vor.

Der Stamm bleibt unverändert – ein dominanter Stamm in Flaschenform, weshalb Brachychiton oft auch „Flaschenbaum“ genannt wird. Sein Stamm enthält große Mengen an Wasser und Mineralien, was ihm das Überleben in tropischen Klimazonen ermöglicht. Er ist von einer dünnen (manchmal grünen) Rinde bedeckt, die Photosynthese betreibt. Dies hilft der Pflanze, Trockenperioden zu überstehen.

Brachychiton

Typen

Die beliebtesten Brachychiton-Arten für die Heimzucht sind:

Acerifolius

Die häufigste Wild- und Zimmerpflanzenart. Ihre leuchtend grünen, 8–20 cm langen Blätter bilden eine dichte, kugelförmige Krone. Die Blütezeit ist im frühen Frühling, wenn der Baum mit roten, glockenförmigen Blüten übersät ist. Der Stamm verdickt sich nicht merklich.

Ahornblättrig
Brachychiton acerifolius

Fels (rupestris)

Der Stamm des Brachychiton ist flaschenförmig, wie es für diese Baumart typisch ist. Er erreicht sein größtes Volumen am Boden und verjüngt sich nach oben. In freier Natur kann der Baum eine Höhe von 20 Metern erreichen, obwohl gelegentlich auch sehr kleine Exemplare für Bonsai vorkommen. Im Frühherbst sind die Zweige mit kleinen, milchig-gelben Blüten bedeckt, aus denen später 3–7 bis 10 cm lange, mittellappige Blätter hervorgehen.

Felsen
Brachychiton rupestris

Mehrfarbig (verfärbt)

Diese Sorte trägt große, leuchtend rosa Blüten und wird daher auch „Baum des Glücks“ genannt. Ihre braunen Früchte hängen an den Zweigen. Die Rinde ist rau. Die Blätter sind drei- bis vierlappig, groß und breit, oberseits dunkelgrün und unterseits silbrig.

Brachychiton variegated und variegated
Brachychiton populneus – links, Brachychiton discolor – rechts

Pappel oder heterophyllös (populneus)

Die Art verdankt ihren Namen den unterschiedlich geformten und großen Blättern an ihren Zweigen. Diese bilden eine dichte, ausladende Krone. Die Blütezeit ist im Sommer. Ein weiterer Name leitet sich von der Form ihrer Blätter ab, die denen von Pappeln ähneln. Zu ihren besonderen Merkmalen zählen ihre Fähigkeit, auf kalkhaltigen Böden zu wachsen, und ihre außergewöhnliche Hitzebeständigkeit. Daher wird der Baum häufig als Schutz vor Witterungseinflüssen angepflanzt.

Wie züchtet man Bonsai?

Brachychiton wird oft Bonsai-Einsteigern empfohlen. Seine Zweige sind sehr biegsam und lassen sich in jede gewünschte Form bringen. Außerdem ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Im Handel wird sie meist als „Australischer Flaschenbaum“ angeboten und kann aus Samen oder ausgewachsenen Jungpflanzen gezogen werden. Letztere enthalten manchmal mehrere Jungpflanzen in einem Topf, die bei Bedarf umgetopft werden können.

Erfahrene Bonsai-Liebhaber empfehlen die Wahl eines mineralstoffreichen und gut durchlässigen Substrats. Hierfür wird ein Mischungsverhältnis von 1:3 zwischen Perlit und Torfmoos empfohlen.

Dünger, regelmäßiges Gießen und Umtopfen fördern schnelles Wachstum. Eine Drainageschicht am Topfboden ist wichtig. Der Baum gedeiht sowohl bei zu viel als auch bei zu wenig Wasser.

Sie zu Hause aufziehen und pflegen

Brachychiton wird oft als Zimmerpflanze verwendet. Sie ist pflegeleicht und erfordert keine besonderen gärtnerischen Kenntnisse. Dennoch gibt es einige Hinweise zur Pflege zu Hause:

  • Die optimale Temperatur liegt bei +24…+28 Grad. Im Winter verträgt es Temperaturen bis zu +10 Grad;
  • Die Aufnahme von Sonnenlicht ist nur bei ständiger Frischluftzufuhr möglich; hinter einem geschlossenen Fenster besteht die Gefahr schwerer Verbrennungen für die Pflanze.
  • Im Winter wird der Topf an einen kühlen Ort gestellt, damit die Blätter sich nicht zu sehr ausdehnen;
  • Bei schlecht entwässertem Boden besteht die Gefahr, dass die Wurzeln verfaulen;
  • Eine Trockenperiode kann mit Laubfall einhergehen.
Jahreszeit Standort Beleuchtung Temperatur Luftfeuchtigkeit Bewässerung
Winter-Herbst Cooler Ort Langlebig und leuchtend Nicht unter +10 Gute Drainage Sehr wenig
Frühling-Sommer Schatten oder ein frischer Luftstrom +24…28 Reichlich

Topf, Erde

Am besten pflanzt man den Brachychiton in einen Keramiktopf. Dieser ist schwer genug, um das Gewicht einer Miniaturversion dieses australischen Riesen zu tragen. Ein Plastiktopf würde mitsamt dem Baum umkippen.

Die Bodenbeschaffenheit sollte der Pflanze alle notwendigen Nährstoffe für ihr Wachstum liefern. Erfahrene Gärtner empfehlen die Verwendung von handelsüblicher Sukkulentenerde. Alternativ kann eine Mischung aus Torf, Sand und Laubkompost verwendet werden. Diese muss gut durchlüftet und durchlässig sein, da die Wurzeln sonst schnell faulen.

Topdressing

Düngen erfolgt üblicherweise in den wärmeren Monaten, vom Frühling bis zum Spätsommer. Mineraldünger wird alle zwei bis drei Wochen auf den Boden ausgebracht. Dies hilft dem Baum, Trockenperioden zu überstehen.

Die Pflanze sollte bei heißem Wetter besonders reichlich gegossen werden. Die nächste Wassergabe erfolgt, sobald die oberste Erdschicht trocken ist. Bei kühlerem Wetter kann Brachychiton bis zu zwei Wochen ohne Wasser auskommen und greift dabei auf die im Stamm gespeicherte Feuchtigkeit zurück.

Umpflanzen, Beschneiden

Umtopfen erfolgt in der Regel nach Bedarf, etwa alle zwei bis drei Jahre. Die Pflanze wird vorsichtig aus dem Topf genommen, wobei die Erde um die Wurzeln verbleibt, und kann dann umgetopft werden. Der Baum verträgt dieses Vorgehen gut, sollte aber nicht zu oft umgetopft werden.

Durch rechtzeitiges Beschneiden von Blättern und Zweigen wird die Bildung einer dichten und üppigen Krone gefördert. Diese Methode ermöglicht es Bonsai-Liebhabern, die Form des Baumes zu kontrollieren und gleichzeitig ein kräftiges Wachstum anzuregen.

Reproduktion

Brachychiton wird vegetativ oder durch Aussaat vermehrt. Ein Samen oder ein Steckling wird in ein spezielles Torf- oder Sandgemisch gepflanzt. Das Substrat sollte gut feucht gehalten und auf einer Temperatur von 24–27 °C gehalten werden. Diese Bedingungen fördern ein schnelles Wurzelwachstum. Als Substrat kann beispielsweise eine Plastiktüte verwendet werden.

Krankheiten, Schädlinge

Die gefährlichsten Schädlinge für Brachychiton sind Spinnmilben, Schildläuse und Weiße Fliegen. Bei einem Befall hilft reichliches Bewässern mit 45 °C warmem Wasser. Dabei ist jedoch darauf zu achten, den Baum nicht zu beschädigen. Auch das Besprühen mit im Gartenfachhandel erhältlichen Pflanzenschutzmitteln ist hilfreich.

Zu wenig oder zu viel Licht kann den Flaschenbaum krank machen, während zu viel Wasser zu Fäulnis führen kann. Um dies zu vermeiden, ist die richtige Pflege unerlässlich.

Spinnmilbe

Nutzung im Heimatland, Nutzen und Risiken

Da die Brachychiton-Pflanze in den Trockengebieten Australiens heimisch ist, haben die Einheimischen Wege gefunden, sie optimal zu nutzen. Da die Pflanze große Mengen Wasser in ihrem Stamm speichert, stillt sie den Durst. Die Wassergewinnung ist einfach und schonend, da die Rinde recht dünn ist. Die Samen gelten als Delikatesse, lassen sich aber nicht leicht entfernen. Neben der robusten Samenkapsel sind sie von einem dichten Haarkleid geschützt, das Hautreizungen verursachen kann. Es wird daher empfohlen, sie mit Handschuhen zu reinigen. Junge Rhizome dienen ebenfalls als Nahrungsmittel. Das mehrjährige Laub bietet Vieh ganzjährig Futter, und die Rinde des Baumes liefert wertvolle Fasern.

Lange Zeit herrschte die Meinung vor, der Flaschenbaum sei giftig, doch die durchgeführten Untersuchungen widerlegten diese Theorie vollständig.

Brachychiton ist eine bemerkenswerte Pflanze. Durch ihre Kultivierung können Menschen die Schönheit der Natur auch in ihren eigenen vier Wänden genießen. Sie eignet sich hervorragend als Innendekoration und soll bei guter Pflege und Freundlichkeit sogar Glück bringen.

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