Kohlkrankheiten und -schädlinge: Beschreibung und Bekämpfungsmethoden

Kohl ist zwar eine kälteresistente Kulturpflanze, aber dennoch recht empfindlich; unsachgemäße Anbaumethoden und die Vernachlässigung der Krankheits- und Schädlingsbekämpfung können zum Absterben der gesamten Ernte führen.

Gesunder und kranker Kohl

Mögliche Ursachen für das Welken von Kohl

Pflanzen gedeihen am besten bei Temperaturen unter 20 °C. Sämlinge können unter ungünstigen Bedingungen welken.

Dazu gehören:

  • Lichtmangel;
  • trockene Luft;
  • Mangel an Mineralien;
  • wassergesättigter Boden;
  • Infektionskrankheiten;
  • hoher pH-Wert;
  • unsachgemäße Pflege.

Nach der Keimung sollten die Anzuchtbehälter in einen kühlen Raum gestellt werden. Sämlinge sind in den ersten 10 Tagen nach dem Auspflanzen ins Freiland besonders empfindlich. Dies liegt an Wurzelschäden, die beim Transport entstehen können. Die Vergilbung des Laubs ist in der Regel eine Anpassungsreaktion. Zur Stärkung der Sämlinge werden Wachstumsförderer wie Immunocytophyte, EPIN und Heteroauxin eingesetzt.

Pilzkrankheiten des Kohls und ihre Bekämpfung

Pilze verursachen häufig ganze Ernteausfälle. Besonders häufig sind Kreuzblütler und ihre Sorten betroffen. Die Bekämpfungsmaßnahmen werden nach der Identifizierung des Erregers ausgewählt. Um eine starke therapeutische oder vorbeugende Wirkung zu erzielen, empfehlen Experten eine Kombination aus traditionellen, agrarischen und chemischen Methoden.

Pilzerkrankungen

Die Liste der Krankheiten ist ziemlich umfangreich und umfasst Folgendes:

  • Kohlhernie. Jungpflanzen sind gefährdet. Der Pilz Plasmodiophora kann beim Lüften und Gießen auf Sämlinge übertragen werden. Insekten sind die Überträger der Infektion. Charakteristische Symptome sind Wucherungen an verschiedenen Teilen des Wurzelsystems, Welke und verlangsamtes Wachstum. Befallene Sämlinge sind nicht zu retten und müssen daher vernichtet werden. Leere Pflanzlöcher werden zur Desinfektion mit Kalk bestreut. Wichtig ist, dass die Krankheit nur Pflanzen der Familie der Kreuzblütler (Brassicae) befällt. Daher kann der Boden für den Anbau anderer Kulturen verwendet werden.
  • Fusariumwelke. In diesem Fall verursacht der unvollkommene Pilz Fusarium oxysporum f. sp. conglutinans das Welken. Nach dem Eindringen in das Gefäßsystem verfärben sich die Blätter gelb. Die Blattadern behalten jedoch ihre kräftige Farbe. Die entstehenden Blütenstände sind klein und unregelmäßig geformt. Befallene Pflanzen werden mit Fungiziden (z. B. Topsin-M, Benomyl, Tecto) behandelt.
  • Falscher Mehltau. Diese Krankheit wird oft auch als falscher Mehltau bezeichnet. Der Pilz Peronospora brassicae Guum befällt alle Kreuzblütlerarten. Ein Befall von Kohl zeigt sich durch schlechtes Wachstum der Sämlinge, einen weißlichen Belag und gelbe Flecken auf den Blättern sowie das Austrocknen der befallenen Pflanzenteile. Falscher Mehltau breitet sich bei hoher Luftfeuchtigkeit aus. Kohlkrankheiten werden mit Produkten wie Ridomil Gold, Bordeauxbrühe und Phytophthora behandelt. Jedem Produkt liegt eine Gebrauchsanweisung bei.

Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, ist Fruchtwechsel wichtig, die Bodendesinfektion und die rechtzeitige Unkrautbekämpfung. Besonderes Augenmerk sollte auf die Saatgutqualität und die Bodenfeuchtigkeit gelegt werden.

Viruserkrankungen des Kohls: Beschreibung und Behandlung

Sie sind deutlich seltener als Pilzkrankheiten. Viren zeichnen sich durch ihre schnelle Pathogenität aus. Gelangen sie über Erde, Saatgut, Wasser, Insekten oder verschmutzte Werkzeuge in den Garten, befallen sie die Pflanzen rasch. Werden keine vorbeugenden Maßnahmen ergriffen, kann die gesamte Kohlernte verloren gehen. Blumenkohlkrankheiten sind praktisch unheilbar. Insektizide sind in diesem Fall wirkungslos.

Das Mosaikvirus ist am weitesten verbreitet. Diese Virusfamilie umfasst zahlreiche Arten. Die Krankheit kann viele Zier- und Nutzpflanzen schädigen. Beispielsweise befällt das Mosaik-Blumenkohlvirus Blumenkohl. Das Virus zeigt sich erst 3–4 Wochen nach dem Auspflanzen der Setzlinge. Charakteristische Anzeichen sind Blattnekrosen und ein dunkelgrüner Rand entlang der Blattadern.

Kohlmosaik

Das Rübenmosaikvirus ist der Erreger der Ringfleckenkrankheit. Auf der Blattunterseite des Kohls bilden sich hellgrüne Flecken, die später zusammenfließen und sich dunkel verfärben. Der Kohlkopf kann sich nicht ausbilden, da die befallenen Blätter einfach abfallen.

Das Infektionsrisiko erhöht sich aufgrund folgender Faktoren:

  • negative Auswirkungen von Parasiten;
  • Aussaat von infiziertem Saatgut;
  • Direkter Kontakt von Kohlsetzlingen mit Virusträgern, bei denen es sich entweder um Insekten oder Unkräuter handeln kann;
  • mechanische Beschädigung.

Mit Viren und Pilzen infizierte Pflanzen müssen vernichtet werden.

Nur so lässt sich die Ausbreitung der Krankheit stoppen.

Die Behandlung der übrigen Exemplare sollte unmittelbar nach Feststellung der Krankheit, die den Kohl befallen hat, beginnen.

Kohlschädlinge

Sie sind besonders gefährlich für Jungpflanzen. Die Parasiten schädigen das Pflanzengewebe und infizieren Sämlinge mit Pilz- und Viruserkrankungen. Um eine gesunde Ernte zu gewährleisten, sind regelmäßige vorbeugende Behandlungen notwendig. Treten alarmierende Symptome auf, ist eine sofortige Behandlung erforderlich.

Kohlblattläuse sind kleine, silbrig-weiße Insekten. Diese Schädlinge ernähren sich vom Pflanzensaft und befallen bevorzugt junge Pflanzen. Ihre Kolonien befinden sich auf der Blattunterseite. Ihre Aktivität hat folgende Folgen:

  • Erschöpfung und Verlangsamung des Wachstums der Sämlinge;
  • Verfärbung und Einrollen der Blattspreiten.

Ohne rechtzeitige Behandlung sterben die Sämlinge ab. Kohlblätter lassen sich mit Insektiziden wie Karate, Karbofos und Iskra entfernen. Erfahrene Gärtner vertreiben die Schädlinge mit Aufgüssen aus Zwiebelschalen und Knoblauch sowie mit starken Gerüchen. Eine weitere wirksame Maßnahme ist die richtige Nachbarschaft. Um Blattläuse zu vermeiden, pflanzen Sie Tomaten und Karotten in der Nähe von Kohl.

Kohlschädlinge

Sowohl Blumenkohl als auch Kohl können von Kohlfliegen befallen werden. Diese Schädlinge ähneln Insekten, die in den wärmeren Monaten häufig in Häuser fliegen. Der Parasit wird Ende Mai aktiv. Junge Larven, die aus im Boden abgelegten Eiern schlüpfen, fressen gierig an den Wurzeln von Kreuzblütlern. Dies führt zum Welken der Pflanzen, und die unteren Blätter verlieren ihre natürliche Farbe und werden grau. Zur Behandlung können die Pflanzen mit einer Thiophos-Chlorophos-Lösung besprüht werden. Eine Mischung aus Tabak, Kalk, Sand und Naphthalin kann zur Schädlingsabwehr eingesetzt werden.

Kohlsetzlinge (Kohlrabi, Rosenkohl, Brokkoli und Weißkohl) werden ebenfalls von Kohlfloh-Käfern befallen. Diese länglichen, schwarzen Käfer leben im Boden und ernähren sich von jungen Kohlsetzlingen. Die Schädlinge lassen sich mit einer Seifenlösung und Holzasche bekämpfen. Insektizide wie Aktara und Karbofos sind empfehlenswert.

Thripsbefall äußert sich durch verlangsamtes Pflanzenwachstum und vergilbendes Laub. In diesem Fall werden die Pflanzen und der Boden mit biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln wie Antonem-F und Nemabakt behandelt. Das wirksamste Hausmittel ist das Bestäuben der Sämlinge mit einer Mischung aus Tabakstaub und Holzasche.

Die Liste der obligatorischen Präventivmaßnahmen umfasst:

  • rechtzeitige Unkrautbekämpfung;
  • den Boden auflockern;
  • Geeignete Nachbarpflanzen wählen. Am besten pflanzt man Apanteles, Trichogramma und Ringelblumen in der Nähe von Kohl;
  • Mithilfe natürlicher Feinde. In diesem Fall sind das Anthocorys und Orius.

Gärtner, die jedes Jahr Kohl anbauen, sollten sich vor Kohlwanzen in Acht nehmen. Diese sind an ihrer leuchtenden Färbung und geringen Größe zu erkennen. Zur Bekämpfung dieser Schädlinge werden die Pflanzen mit Actellic, Schöllkraut (in Pulverform) und Kohlpulver behandelt.

Resistente Weißkohlsorten

Die Resistenz gegen Schädlinge, Pilz- und Viruserkrankungen ist ein wichtiger Faktor beim Saatgutkauf. Auch Klima, Bodenbeschaffenheit und Saatguteigenschaften spielen eine Rolle. Zu den frühreifenden Sorten gehören unter anderem:

  • Tobia;
  • Kosak;
  • Juni;
  • Rinda.

Zu den stabilsten späten Sorten zählen Mara, Agressor, Kolobok, Amager und Valentina.

Setzlinge benötigen Aufmerksamkeit und ständige Pflege. Krankheitsresistenter Kohl ist der Schlüssel zu einer reichen Herbsternte. Wer weiß, wie man Kohl gegen die oben genannten Krankheiten behandelt, kann beschädigte Pflanzen retten und gesunde vor Infektionen schützen.

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