Die wunderschönen krautigen Pflanzen der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) tragen den klangvollen Namen Seidenpflanze oder Asclepias. Ursprünglich in Nord- und Südamerika beheimatet, haben sich von dort aus über 200 Arten weltweit verbreitet. Sowohl immergrüne als auch laubabwerfende Sorten sind in der Ziergartenkultur weit verbreitet.
Herkunft und Beschreibung der Seidenpflanze
Die Seidenpflanze wurde im 18. Jahrhundert als Nutzpflanze in Europa eingeführt. Ihre Triebe und Blätter dienten als Füllmaterial für Spielzeug und Möbel und später als Rohstoff für Filme, Seile und verschiedene Rettungsausrüstungen. Mit der Verfügbarkeit von Kautschuk im frühen 19. Jahrhundert wurde die Pflanze ausschließlich für die Landschaftsgestaltung kultiviert.
Je nach Sorte kann die Seidenpflanze bis zu einem Meter hoch werden. Ihre Wurzeln reichen tief in die Erde, und ihre Stängel sind dick und tragen große, eiförmige, längliche oder elliptische Blätter. Sie blüht im Sommer oder Herbst mit einem Blütenmeer in Rot- oder Burgundertönen.
Die Früchte des Strauchs sind mit flauschigen Samen gefüllt, daher der Name „Seidenpflanze“. Nur in südlichen Regionen sind die voll entwickelten Früchte zu sehen; in kälteren Klimazonen reifen sie nicht.
Der Pflanzensaft ist giftig, insbesondere bei Sonneneinstrahlung. Er verursacht starke Hautreizungen und Rötungen. In der Volksmedizin wird er gegen Warzen eingesetzt.
Es handelt sich um eine Honigpflanze; während der Bestäubungszeit wird sie nicht nur von Bienen, sondern auch von einem der schönsten Schmetterlinge – dem Monarchfalter – umschwärmt.
Arten und Sorten der Seidenpflanze
Es gibt vier gängigste Sorten dieses Strauchs. Drei davon werden als mehrjährige Pflanzen angebaut, eine ist einjährig.
|
Art, Beschreibung, Blütezeit |
Blumen | Sorten |
Höhe, m |
|
Inkarniert (fleischrot). Die Blattspreiten sind behaart, einander gegenüberliegend und länglich. Juli-August. |
Duftende rote oder rosafarbene Dolden des Blütenstands. | Eis-Abeli - Höhe bis zu einem Meter, weiße Blüten. | 1.2 |
|
Tuberose oder knollenartig. Dunkelgrünes Laub, schmale, längliche Blätter. Winterhart. Vom Hochsommer bis zum ersten Frost. |
Gelbrot. | Schwuler Schmetterling - blüht in Gelb-, Rot- und Orangetönen. | 0,7 |
| Maharadscha – orangefarbene Blütenstände. | 0,5 | ||
|
Syrisch. Hoher, gerader Stängel mit großen, breiten Blättern. Juli. |
Zarte, lilafarbene Schirmchen mit einem intensiven Vanille-Schokoladen-Aroma. | — | 1,5 |
| Kurassavsky. Eine einjährige Pflanze mit länglichen Blättern in klassischem Grün. |
Rote oder orangefarbene Blüten sind für Schmetterlinge attraktiv.
Pollen verursacht Hautreizungen. |
— | 1 |
Anpflanzen von Seidenpflanzen im Freiland
Asclepsias lassen sich je nach Vorliebe des Gärtners entweder durch Anzucht von Sämlingen oder durch Direktsaat vermehren. Die Anzucht von Sämlingen erfolgt im März/April. Im Freiland sollte die Aussaat unmittelbar nach der Schneeschmelze an einem sonnigen Standort mit gutem, vorzugsweise leicht saurem Lehmboden erfolgen.
Nachdem das Blumenbeet umgegraben und Unkraut entfernt wurde, wird der Boden aufgelockert und eingeebnet. Anschließend werden 3 cm tiefe Furchen gezogen, die Samen ausgesät und die Oberfläche nach dem Ebnen gründlich befeuchtet. Um die Keimung zu verbessern, wird die Fläche mit Plastikfolie abgedeckt.
Aufgrund des ausgedehnten Wurzelsystems empfehlen erfahrene Gärtner, die Seidenpflanze einzuschränken oder in Töpfen mit guter Drainage zu kultivieren. Die Stauden gedeihen bis zu 15 Jahre lang gut am selben Standort. Die erste Blüte nach der Aussaat ist frühestens drei Jahre später zu erwarten.
Top.tomathouse.com empfiehlt: Pflege von Seidenpflanzen im Garten
Dieser pflegeleichte Strauch lässt sich einfach pflanzen und pflegen und ist daher auch für Gartenanfänger geeignet. Für optimales Wachstum benötigt er regelmäßiges Gießen, gelegentliches Düngen und das Auflockern des Bodens. Schädlingsbekämpfungsmittel können bei Bedarf eingesetzt werden.
Die Blütezeit lässt sich verlängern, indem man verblühte Blütenstände umgehend entfernt. Dies ist ratsam, wenn man keine Samen ernten möchte. In nördlichen Klimazonen ist es nicht möglich, auf die Fruchtreife zu warten; dort muss man die Samen im Fachhandel kaufen.
Die Bewässerung der Seidenpflanze (Asclepsis) ist nur in der Wachstumsphase notwendig; später, wenn das Wurzelsystem gut entwickelt ist, kann die Pflanze sich selbst mit Feuchtigkeit versorgen. In besonders trockenen Perioden sollte sie jedoch gegossen werden, vorzugsweise mit Regenwasser oder sonnenwarmem, abgestandenem Wasser. Die Bewässerung sollte abends erfolgen.
Seidenpflanzen benötigen in fruchtbarem Boden keine zusätzliche Düngung. Bei nährstoffarmen Böden empfiehlt es sich, den Boden unmittelbar vor der Pflanzung mit Kaliumsulfat, Harnstoff, Stallmist und Kompost zu düngen. Manche geben direkt nach dem Auflaufen der Pflanzen einen zusätzlichen Mineraldünger.
Der Strauch verträgt das Umpflanzen gut. Er lässt sich durch Teilung des Rhizoms vermehren. Dies gelingt am besten im zeitigen Frühjahr oder nach der Blüte. Die Sämlinge wurzeln leicht an und blühen bereits im zweiten Jahr.
Schädlinge und Krankheiten
Der Strauch besitzt eine gute Immunität und ist resistent gegen Krankheiten. Insektenschädlinge verursachen Unbehagen und Beschwerden.
|
Problem |
Beseitigung |
| Die Weiße Fliege, ein Insekt, das einem Nachtfalter ähnelt, ernährt sich von Pflanzensaft. | Sie werden mit Actellic, Fufanon und Rovikurt behandelt (dazu wird eine wässrige Lösung zum Besprühen hergestellt). |
| Spinnmilben, kleine Spinnentiere, ernähren sich von Pflanzensaft. Eine Behandlung wird empfohlen, wenn feine Gespinste an den Zweigen auftreten sowie Blätter deformiert werden und Triebe welken. | Der Busch wird mit Akariziden behandelt, zum Beispiel mit Actellic und Aktara. |
In besonders heißen Perioden empfiehlt es sich, die Pflanzen abends mit warmem Wasser zu besprühen, um ein Austrocknen der Blätter und Insektenbefall zu verhindern. Hitze begünstigt Schädlingsbefall, insbesondere durch Spinnmilben.



