Sowohl Hobbygärtner als auch Landwirte bevorzugen Polycarbonat-Gewächshäuser, doch beim Bau sollten einige Nuancen beachtet werden.
Inhalt
- 1 Vor- und Nachteile von Polycarbonat-Gewächshäusern
- 2 Arten von Gewächshauskonstruktionen
- 3 Auswahl eines Standorts für ein Gewächshaus
- 4 Kriterien für die Auswahl von Polycarbonat für ein Gewächshaus
- 5 Optionen für den Bau eines Fundaments für Polycarbonat-Gewächshäuser
- 6 Optionen für Gewächshausrahmen aus Polycarbonat
- 7 Merkmale der Polycarbonat-Installation
- 8 Beheizung eines Polycarbonat-Gewächshauses
Vor- und Nachteile von Polycarbonat-Gewächshäusern
Ein selbstgebautes Gewächshaus aus Polycarbonat ist der Traum eines jeden Gärtners. Polycarbonat ist robust und widerstandsfähig, was besonders in den schneereichen Wintermonaten wichtig ist. Es lässt UV-Strahlen durch, streut sie aber gleichzeitig, was für Pflanzen vorteilhaft ist.
Es besitzt hervorragende Wärmedämmeigenschaften und ist beständig gegenüber Temperaturschwankungen von -50 °C bis +60 °C. Zu den Vorteilen des Materials zählt auch seine mechanische und thermische Bearbeitbarkeit (Formveränderung beim Erhitzen). In Kombination mit seinen geringen Kosten macht dies Polycarbonat zum bevorzugten Baumaterial.
Zu seinen Nachteilen gehört die Empfindlichkeit gegenüber:
- übermäßige Sonneneinstrahlung, die den Verschleiß beschleunigen und zu einer Verringerung der Festigkeit der Struktur führen kann;
- hohe Temperaturen stellen ein erhebliches Hindernis für die Installation von Ofenheizungen dar.

Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, sollte davon ausgegangen werden, dass hochwertige Standardplatten mit den Abmessungen 600 x 210 cm etwa 10 kg wiegen.
Arten von Gewächshauskonstruktionen
Anhand der Form der Konstruktion lassen sich vier Haupttypen von Gewächshäusern unterscheiden: Wandgewächshäuser, Giebelgewächshäuser, polygonale Gewächshäuser und Bogengewächshäuser.
Mit einem wandmontierten Gewächshaus kann der Gärtner Baumaterialien sparen, da eine der Wände der Konstruktion Teil eines Hauses oder eines anderen Gebäudes auf einem Fundament ist. Oft wird der Standort des Gewächshauses bereits bei der Hausplanung berücksichtigt.
Das Satteldach ist ein klassisches Design mit senkrechten Wänden und zwei Dachflächen. Es ist praktisch und komfortabel und ermöglicht eine effiziente Nutzung des Deckenraums, beispielsweise für Regale.
Polygonale Strukturen sind ästhetisch ansprechend und zeichnen sich durch eine hohe Lichtdurchlässigkeit aus.
Die gewölbte Ausführung ermöglicht eine bessere Wärmespeicherung und hält dank ihrer glatten Hänge auch hohen Belastungen in schneereichen Wintern stand.
Auswahl eines Standorts für ein Gewächshaus
Bei der Wahl des Standorts für ein Gewächshaus sollten Sie die Landschaft, die Bodenbeschaffenheit und die Lichtverhältnisse berücksichtigen.
Bei der Gartengestaltung sollten Sie den Grundwasserspiegel und die Gefahr von Frühjahrshochwassern berücksichtigen. Steigt der Grundwasserspiegel über 120 cm, empfiehlt sich die Installation eines Entwässerungssystems.
Es wird empfohlen, dass der Boden trocken ist, daher ist Lehmboden ungeeignet. Am besten eignet sich ein sandreicher Boden. Sand oder sandiger Kies können bei Bedarf zugekauft werden.
Reichlich Sonnenlicht trägt zur Einsparung von Heizkosten und künstlicher Beleuchtung bei. Hinsichtlich der Ausrichtung empfiehlt sich entweder eine Ost-West- oder eine Nord-Süd-Ausrichtung. Erstere gilt als vorzuziehen. Bei einem quadratischen Gebäude ist jede Ausrichtung möglich.
Es ist wichtig, dass das Gewächshaus nicht vom Haus oder von nahegelegenen Bäumen beschattet wird.
Auch herabgefallenes Laub, das das Dach bedeckt, kann die Beleuchtung negativ beeinflussen.
Kriterien für die Auswahl von Polycarbonat für ein Gewächshaus

Beim Bau von Bauwerken werden verschiedene Polycarbonatarten verwendet, von denen jede ihre eigenen Vor- und Nachteile hat:
- Monolithisch Polycarbonat ähnelt Glas, lässt Sonnenlicht sehr gut durch, ist etwa 2-4 Mal leichter als Glas und 100-200 Mal stärker. Die Dicke variiert zwischen 0,75 und 4,0 cm. Ein wesentlicher Nachteil sind die hohen Materialkosten. Es wird eingesetzt, wenn ein hohes Risiko für mechanische Beschädigungen (z. B. Hagel) besteht. Polycarbonatplatten können verschiedene Eigenschaften aufweisen, beispielsweise hohe Belastbarkeit oder UV-Schutz.
- Geriffelt – Hergestellt aus einem monolithischen Material im Reliefformverfahren. Die Dicke beträgt 0,8–1,2 mm. Es ist flexibel, schlagfest (hält Hagelkörnern bis zu 2 cm Durchmesser stand) und beständig gegen niedrige Temperaturen bis zu -50 °C.
- Mobilfunk Polycarbonat – auch Zell- oder Strukturplatten genannt – besteht aus mehreren Platten, die durch Querverstrebungen zusammengehalten werden. Die Platten sind in Stärken von 0,4, 0,6, 0,8, 1,0, 1,6, 2,0, 2,4 und 3,2 cm erhältlich. Für den Bau eines Gewächshauses empfiehlt sich eine Stärke von mindestens 10 mm. Das Material bietet eine hohe Wärmedämmung, ist jedoch weniger transparent – etwa 10 % weniger transparent als massives Polycarbonat.
Optionen für den Bau eines Fundaments für Polycarbonat-Gewächshäuser
Zweck des Fundaments ist die Sicherung des Gebäudes.
Es gibt verschiedene Arten davon:
Schleife
Die robusteste Variante. Sie wird in einer Tiefe unterhalb des Gefrierpunkts des Bodens installiert.
Beton und ZiegelDie Installation ist einfach. Zunächst wird ein 20 cm breiter und je nach Hebungsanfälligkeit des Bodens 25 bis 60 cm tiefer Graben ausgehoben. Schotter und eine Sandschicht dienen als „Polster“, um Bodenbewegungen durch Hebungen auszugleichen.
Auf dem Boden wird eine Plastikfolie ausgelegt, anschließend wird Zementmörtel gegossen. Bewehrungsstahlstücke mit einem Durchmesser von mehr als 1,2 cm werden an den Ecken und im Abstand von einem Meter verlegt und ragen 15–20 cm über das Fundamentniveau hinaus. Das gegossene Fundament muss 7–14 Tage aushärten. Bei Bedarf kann es bewässert werden. Anschließend werden 1–2 Reihen Ziegelsteine verlegt.
HolzDies dient als temporäres Fundament. Es wird empfohlen, behandeltes Holz mit einem Querschnitt von mindestens 10 x 10 cm zu verwenden. Die Grabenmaße sollten 7–10 cm breiter und tiefer als das Holz sein. Vor dem Einbau der Konstruktion wird das Holz mit wasserdichtem Material umwickelt und beidseitig mit Eckverbindern befestigt. Der Zwischenraum zwischen dem Holz und den Grabenwänden wird mit Schotter aufgefüllt. Anschließend wird ein ebenfalls mit wasserdichtem Material umwickelter Rahmen auf das bereits installierte Holz aufgesetzt. Diese Fundamentart für ein Polycarbonat-Gewächshaus eignet sich auch für Böden mit niedrigem Grundwasserspiegel.
Pfahlrost
Es ist zuverlässig und einfach zu installieren, bietet aber keinen Schutz vor niedrigen Temperaturen.
Es basiert auf dem Einbau von Bewehrungsstäben mit einem Durchmesser von 10-12 mm, die eine einzelne Struktur darstellen, in Löcher mit einem Durchmesser von 30-40 cm und einer Tiefe, die die Gefriertiefe des Bodens übersteigt, in die später Beton gegossen wird.
Optionen für Gewächshausrahmen aus Polycarbonat
Für die Herstellung des Rahmens werden rechteckige (profilierte) Rohre, Metallwinkel, verzinkte Profile, Polypropylenrohre und Holzbalken verwendet.
Vor der Montage muss das Holz mit einem Holzschutzmittel behandelt werden. Die gängigsten Holzmaße sind 5 x 5 cm. Für Eckpfosten empfiehlt sich 10 x 10 cm. Alternativ können auch Bretter mit den Maßen 5 x 2,5 cm oder 5 x 1,5 cm verwendet werden.
Polypropylenrohre sind flexibel, langlebig und beständig gegen Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen. Sie sind verschleißfester als Holz, leicht und daher einfach zu verlegen, umweltfreundlich und kostengünstig.
Wenn Sie ein Schweißgerät besitzen, lässt sich der Rahmen leicht aus Profilrohren herstellen. Es empfiehlt sich, Rohre mit den Maßen 2 x 4 cm und einer Wandstärke von 2–3 mm zu verwenden.
Bei Verwendung von Stahlecken werden Gewächshäuser mit Sattel- oder Pultdächern errichtet. Die Regalböden sind 2–3 cm breit und mindestens 3 mm dick.
In Regionen mit geringem Schneefall und seltenen starken Winden empfiehlt sich die Verwendung verzinkter Profile im Rahmenbau. Der Rahmen ist einseitig verkleidet. Die Pfosten werden durch Verbinden zweier Stützprofile mit selbstschneidenden Schrauben montiert.
Merkmale der Polycarbonat-Installation
Polycarbonat ist sehr flexibel und leicht zu schneiden, was die Installation erleichtert.

Beim Befestigen des Materials ist darauf zu achten, dass keine horizontalen Flächen auf dem Dach entstehen, an denen Kondenswasser von den Wänden ablaufen kann. Zur Befestigung der Platten können Kunststoffösen und Aluminiumklemmen verwendet werden.
Aus Herstellersicht ist die optimale Methode die Verwendung von Profilbefestigungen, die einen schnellen, hermetisch dichten und sicheren Verschluss des Gewächshauses ermöglichen.
In die Polycarbonatplatte werden Löcher vorgebohrt, anschließend wird sie mit selbstschneidenden Schrauben am Metallrahmen befestigt.
Es ist wünschenswert, dass selbstschneidende Schrauben mit thermischen Unterlegscheiben eine große Auflagefläche aufweisen.
Beheizung eines Polycarbonat-Gewächshauses
Polycarbonat besitzt gute Wärmespeichereigenschaften. Um im Gewächshaus das richtige Mikroklima zu schaffen, werden verschiedene Heizmethoden eingesetzt:
Bei der Dampfheizung werden die Rohre des Gewächshauses an das Heizsystem des Hauses angeschlossen. Um Wärmeverluste zu vermeiden, sollten die Rohre isoliert werden. Diese Heizart eignet sich, wenn das Gewächshaus weniger als 10 Meter vom Haus entfernt ist. Pumpen werden eingesetzt, um die Effizienz zu steigern.
Ein luftbefeuerter Kessel ist ein Kessel, der Luft erhitzt. Er zeichnet sich durch niedrige Kosten und hohe Effizienz aus.

Gas – beinhaltet die Möglichkeit des Anschlusses an feste Gasnetze und die Nutzung von tragbaren Gasflaschen. Der Hauptnachteil dieser Methode sind die hohen Kosten.
Elektrische Heizung zeichnet sich durch die bevorzugte Erwärmung des Bodens aus. Alternativ können auch Infrarotlampen und -heizungen eingesetzt werden. Temperatursensoren ermöglichen die Unterteilung des Gewächshauses in Heizzonen.
Ein Ofensystem besteht aus einem Festbrennstoffkessel, der mit Kohle oder Holz befeuert wird, und einem Rauchrohr. Zu den Nachteilen gehört die Notwendigkeit der regelmäßigen Reinigung des Rauchrohrs.
Die Wahl der Heizoption richtet sich nach den Aufgaben, die sich der Gärtner gestellt hat, sowie nach seinen Fähigkeiten.
















































