Die Anemone, auch Schuppenblütige Anemone genannt, ist eine Zierpflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Ihren Namen verdankt sie ihrer Empfindlichkeit gegenüber dem leisesten Windhauch, der ihre Stängel und Blüten zum Wiegen und Zittern bringt. Früher herrschte der Irrglaube, Anemonenblüten würden nur im Wind blühen.
Inhalt
- 1 Beschreibung der Seeanemone
- 2 Arten und Sorten von Seeanemonen
- 3 Fortpflanzung der Seeanemone
- 4 Anemonenpflanzplatz und geeigneter Boden
- 5 Vorbereitung des Pflanzmaterials
- 6 Pflanztechnologie
- 7 Pflege von Anemonen im Freiland
- 8 Krankheiten und Schädlinge, die Anemonen befallen
- 9 Top.tomathouse.com empfiehlt: Empfehlungen für Gärtner
- 10 Vorteilhafte Eigenschaften der Anemone
Beschreibung der Seeanemone
Eine krautige, ausdauernde Pflanze, die 10 bis 120 cm hoch wird. Aufgrund der Artenvielfalt existiert keine einheitliche Beschreibung. Die verschiedenen Anemonenarten zeichnen sich durch leuchtend gefärbte, zwittrige Blüten aus, die entweder in Dolden stehen oder einzeln blühen, sowie durch ausdauernde Kelchblätter und Achänen.
Zu Ehren dieser Blume werden die Seeanemonenpolypen auch „Seeanemonen“ genannt.
Arten und Sorten von Seeanemonen
Es gibt mehr als einhundertfünfzig Arten, die sich in Form und Größe der Blätter, Blütenfarben, Hitze- und Schattenverträglichkeit sowie Keimungs- und Blütezeiten unterscheiden.
Anhand ihrer Fortpflanzungs-, Kultivierungs- und Pflegeeigenschaften lassen sie sich in zwei Gruppen einteilen:
- Eintagsfliegen blühen im Frühling und sterben im Sommer;
- Herbstanemonen blühen im Sommer und Herbst und behalten ihr Laub bis zum ersten Frost.
Die Tabelle zeigt die Haupttypen und ihre Beschreibungen.
| Sicht | Beschreibung | Blütezeit |
| Ephemeroide | ||
| Dubravnaya (Anemone nemorosa) |
Niedrig wachsend – bis zu 30 cm hoch, mit kleinen (ca. 3 cm) einfachen oder halbgefüllten Blüten, meist weiß, bei manchen Sorten aber auch rosa oder lila. Wächst schnell. Verwelkt im Hochsommer. Schattenliebend. Feuchtigkeitsliebend. | April und Mai. |
| Gekrönt (Anemone coronaria) |
Höhe: 20–30 cm, Blüten groß – bis zu 8 cm. Die beliebtesten Sorten sind ‚De Caen‘ mit einfachen Blüten, ‚St. Bridget‘ und ‚Admiral‘ mit gefüllten Blüten sowie ‚Lord Lieutenant‘ mit seiner auffälligen Färbung. Die Farbpalette ist sehr vielfältig und umfasst leuchtende und ungewöhnliche Töne. Auch Form und Anzahl der Blütenblätter variieren stark zwischen den Sorten. Die Blütenmitte ist stets dunkel. Sie benötigt viel Pflege und liebt Licht. Sie ist frosthart, blüht nach dem Überwintern aber nur spärlich. Daher empfiehlt es sich, sie im Frühjahr zu pflanzen und zum Überwintern wieder auszugraben. |
Mai, Juni und Juli. |
| Wald (Wilde Anemone) |
Die bis zu einem halben Meter hohe Pflanze trägt etwa 4 cm große, einfache, weiße und stark duftende Blüten, die meist bis zum Boden hängen. Es wurden auch Sorten mit großen, gefüllten Blüten gezüchtet. Das Laub ist üppig und auch außerhalb der Blütezeit schön.
Wächst schnell. Schattenliebend. Winterhart. Pflegeleicht. Geeignet für steinige und nährstoffarme Böden. |
Mai und Anfang Juni. |
| Zart (Anemone blanda) |
Niedrig – bis zu 10 cm hoch. Die Blüten haben einen Durchmesser von etwa 3 cm, sind einfach und besitzen lange, schmale Blütenblätter, ähnlich denen von Gänseblümchen. Die Farbe variiert.
Verträgt sowohl direkte Sonneneinstrahlung als auch leichten Schatten. Welkt im Hochsommer. Benötigt Winterschutz. |
Ende April. |
| Blau (Anemone caerulea) |
Höhe ca. 25 cm. Kleine (bis zu 2 cm), einfache, weiße oder blaue Blüten. Wächst schnell. Bevorzugt Schatten. | Mai. |
| kanadisch (Anemone canadensis) |
Höhe: etwa ein halber Meter. Einfache, weiße Blüten mit fünf Blütenblättern, bis zu 3 cm groß. Üppiges, schönes Laub. Schattenliebend. Frostbeständig, benötigt aber Schutz. |
Im Mai und Juni, manchmal auch wieder im September. |
| Butterblume (Anemone ranunculoides) |
Wächst bis zu 30 cm hoch. Leuchtend gelbe, einfache Blüten mit bis zu 3 cm Durchmesser. Wächst schnell. Anspruchslos in Bezug auf Boden und Pflege. Gedeiht in Sonne und Schatten. Verwelkt im Juni. | Mai. |
| Felskunst (Anemone rupestris) |
Bis zu 30 cm hoch. Kleine weiße Blüten mit purpurfarbener Außenseite. Fünf Blütenblätter mit zugespitzten Enden. Anspruchslos in Bezug auf Bodenfruchtbarkeit, Licht, Temperatur und Bewässerung. Im Winter sollte sie jedoch abgedeckt werden. | Mai und Juni. |
| Herbst | ||
| Hybrid (Anemone hybrida) |
60–120 cm hoch, Blüten ca. 5 cm groß, einfach oder halbgefüllt, weiß oder in verschiedenen Rosa- und Violetttönen. Wächst schnell. Welkt beim ersten Frost. Schattenliebend. Nicht frosthart – der Standort sollte im Winter geschützt werden. | August, September und Oktober. |
| japanisch (Anemone japonica) |
Etwa einen Meter hoch. Die Blüten sind einfach, halbgefüllt oder gefüllt und in verschiedenen Farben erhältlich. Sonnenliebend. Im Winter abdecken. | Herbst. |
| Hubei (Anemone hupehensis) |
Wächst 0,5 bis 1 Meter hoch. Die Blüten sind 6 cm im Durchmesser, einfach und überwiegend rosa und purpurrot. Frosthart. Verwelkt im Spätherbst. | August und September. |
Fortpflanzung der Seeanemone
Anemonen vermehren sich hauptsächlich auf zwei Arten:
- Samen sind Pflanzmaterial, das sich gut lagern lässt, aber schwierig und mühsam zum Keimen zu bringen ist.
- Knollen oder Zwiebeln sind eine einfachere und zuverlässigere Methode, erfordern aber besondere Lagerbedingungen.

Anemonenpflanzplatz und geeigneter Boden
Anemonen (insbesondere Eintagsfliegen) werden üblicherweise im Schatten gepflanzt – beispielsweise unter Bäumen oder in der Nähe von Sträuchern. Herbstanemonen hingegen sollten in hellen Beeten stehen. Auch wenn Anemonen nur kurzlebig sind, genießen sie Sonnenlicht.
Ist die Herkunft des Pflanzmaterials unbekannt und die Sorte schwer zu bestimmen, empfiehlt sich eine Pflanzung im Schatten.
Es ist wichtig zu wissen, dass diese Pflanze ein kräftiges Wurzelsystem besitzt, das sich im Laufe des Wachstums in zahlreiche Ausläufer verzweigt und benachbarte krautige Pflanzen verdrängen kann. In solchen Fällen müssen die entstandenen Horste umgepflanzt werden.
Viele Seeanemonenarten gedeihen in lockerem, humusreichem Boden. Ausnahmen bilden Busch- und Felsenanemonen, die fast überall gut wachsen.
Blaue, zarte und Felsenanemonen sind an kalkhaltige Böden gewöhnt, daher wird dem Boden Dolomitmehl oder -asche beigemischt, um ihr Wachstum zu fördern.
Vorbereitung des Pflanzmaterials
Anemonensamen haben eine Besonderheit: Nach dem Einpflanzen keimt höchstens ein Viertel von ihnen.
Um diesen Prozentsatz zu erhöhen, werden sie im Winter einer Stratifizierung unterzogen. Dabei werden die Samen vor der Keimung Kälte und Feuchtigkeit ausgesetzt.
Im Handel erhältliches Pflanzgut ist oft bereits stratifiziert – diese Information ist auf der Verpackung angegeben. Bei selbst hergestelltem Pflanzgut müssen Sie die Stratifizierung selbst durchführen:
Die Samen werden mit etwas Sand vermischt und mit Wasser besprengt.
- Die Mischung wird an einen kühlen Ort (+5…+10 °C) gestellt.
- Der Befeuchtungsvorgang wird so lange wiederholt, bis die Samen aufquellen.
Vor dem Pflanzen werden die Knollen in einer Wurzelwachstumsfördernden Lösung eingeweicht, bis sie anschwellen. Ist das Rhizom einer bestimmten Art nicht knollenförmig, wird es in etwa 5 cm lange Stecklinge geschnitten und ebenfalls mit einem Wurzelwachstumsfördernden Mittel behandelt.
Pflanztechnologie
Die vorbereiteten, eingeweichten Samen werden in einem Anzuchtgefäß mit leichter, nährstoffreicher Erde vermischt, angefeuchtet, mit Plastikfolie abgedeckt und an einen warmen Ort gestellt. Sobald die Keimlinge erscheinen (nach etwa einem Monat), wird die Plastikfolie entfernt und die Sämlinge werden an einen hellen, warmen Ort gestellt und gelegentlich gegossen.
Sobald an jedem Trieb ein Paar echter Blätter erscheint, werden sie in separate Töpfe umgepflanzt.
Anemonen-Sämlinge werden im ersten Jahr im Gewächshaus vorgezogen und erst im Herbst oder im darauffolgenden Frühjahr ins Freiland gepflanzt.
In Regionen mit milden Wintern können Sie die Samen im Herbst direkt ins Beet säen. In diesem Fall benötigen die Samen keine Kältebehandlung – diese erfolgt auf natürliche Weise über den Winter. Achten Sie lediglich darauf, die Samen nur flach auszusäen, damit die Keimlinge gut keimen können.
Die Aussaatfläche muss vor dem Überwintern abgedeckt werden.
Knollen und Stecklinge können im April und Mai oder im September und Oktober gepflanzt werden. Sie können direkt an ihren endgültigen Standort gesetzt werden. Dazu graben Sie Löcher im Abstand von mindestens 10 cm.
Die Knollen werden flach in vorbereitete Löcher gelegt, mit der flachen Seite nach oben und der länglichen Seite nach unten. Ist die Form nicht erkennbar, werden sie flach hineingelegt. Die Stecklinge werden senkrecht eingesetzt, wobei die Schnittfläche bündig mit der Erdoberfläche abschließt.
Unmittelbar nach dem Einpflanzen muss der Boden befeuchtet werden, aber keinesfalls zu stark.
Pflege von Anemonen im Freiland
Einjährige Frühlingsblumen benötigen deutlich mehr Pflege als Herbstanemonen. Während letztere auf mangelnde Pflege mit reduziertem Wachstum und verminderter Blüte reagieren, können erstere aufgrund ihres empfindlichen knollenartigen Wurzelsystems schnell absterben. Auch Einjährige Frühlingsblumen müssen bis zum ersten Frost regelmäßig gegossen werden.
Anemonen vertragen keine Staunässe, aber Trockenheit ist schädlich. Gut durchlässiger Boden verhindert Überwässerung, und eine Mulchschicht schützt das Beet vor dem Austrocknen. Fertige Mulchmischungen oder eine einfache Schicht getrockneter Obstbaumblätter eignen sich dafür.
Düngen Sie den Boden nur während der Blütezeit. Mineralische Dünger eignen sich hierfür am besten. Dieser Schritt kann vollständig entfallen, indem der Dünger bereits vor dem Pflanzen in den Boden eingearbeitet wird.
In Regionen mit kalten Wintern empfiehlt es sich, Anemonen im Herbst aus den Beeten zu entfernen, insbesondere einjährige Arten. Die ausgegrabenen Wurzeln sollten kühl gelagert werden. In milden Klimazonen überwintern Anemonen gut, wenn sie mit einer doppelten Mulchschicht abgedeckt werden.

Krankheiten und Schädlinge, die Anemonen befallen
Dank ihres giftigen Pflanzensafts sind Anemonen relativ resistent gegen Krankheiten und Schädlinge. Dennoch können bei ihrer Zucht einige Probleme auftreten:
- Echter Mehltau und Weißfäule sind Krankheiten, die mit Fungiziden behandelt werden können. Um einer Infektion vorzubeugen, sollte man Staunässe vermeiden.
- Nacktschnecken sind Schädlinge – um sie loszuwerden, sollte man alle Exemplare vom Laubwerk absammeln und sie dann mit Metaldehyd behandeln.
- Nematoden sind Fadenwürmer, die in Blättern leben und sich vom Pflanzensaft ernähren. Diese Schädlinge sind sehr schwer zu bekämpfen. Werden sie entdeckt, muss die befallene Pflanze, einschließlich des Wurzelballens, so schnell wie möglich vernichtet werden.
Top.tomathouse.com empfiehlt: Empfehlungen für Gärtner
Am besten pflanzt man Buchsbaum um Anemonen herum – dieser Strauch harmoniert nicht nur gut mit ihnen, sondern schützt sie auch vor Zugluft und übermäßiger Sonneneinstrahlung.
Andere Zierpflanzen und Gemüse gedeihen gut neben Anemonen. Man kann sie sogar in Beeten zwischen ihnen anbauen.
Vorteilhafte Eigenschaften der Anemone
Neben ihrer unbestreitbaren ästhetischen Wirkung in Blumenbeeten haben Anemonen noch weitere Verwendungsmöglichkeiten. In der Volksmedizin und Homöopathie werden Anemonen zu Heilzwecken eingesetzt.
Allerdings sollten sie aufgrund ihres hohen Gehalts an toxischen Lactonen mit äußerster Vorsicht verwendet werden.
Von Selbstmedikation raten Gesundheitsexperten aufgrund des erhöhten Vergiftungsrisikos ab. In der Esoterik und Floristik gelten Anemonen als Symbol vergänglicher Schönheit und Zerbrechlichkeit.



